Stipendien-Initiative: «Gleichmacherei ist kein Rezept»
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Stipendien-Initiative«Gleichmacherei ist kein Rezept»

Warum erhält ein Waadtländer Student mehr Stipendien als ein Luzerner? Bundesrat Johann Schneider-Ammann beantwortet Fragen der Leser.

von
jbu
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Bundesrat Johann Schneider-Ammann beantwortet Fragen der 20-Minuten Leser zur Stipendien-Initiative. «Die Stipendien-Initiative bringt nach Rechnung der Initianten Mehrkosten von 450 bis 500 Millionen Franken. Das Parlament wäre gezwungen, riesige Summen zu kompensieren. Dies müsste mit grösster Wahrscheinlichkeit andernorts in der Bildung geschehen», sagt er im Chat.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann beantwortet Fragen der 20-Minuten Leser zur Stipendien-Initiative. «Die Stipendien-Initiative bringt nach Rechnung der Initianten Mehrkosten von 450 bis 500 Millionen Franken. Das Parlament wäre gezwungen, riesige Summen zu kompensieren. Dies müsste mit grösster Wahrscheinlichkeit andernorts in der Bildung geschehen», sagt er im Chat.

Stevan Bukvic / Tilllate.com
Ein weiterer Leser will wissen, wie ein liberaler Politiker nicht mit der Harmonisierung der Stipendien und dem Prinzip der Chancengleichheit einverstanden sein könne. «Chancengleichheit ist mir ein wichtiges liberales Prinzip. Die Kantone, unterstützt vom Bund, stärken es mit ihrem Konkordat. Jeder und jede mit einem Vollstipendium erhält mindestens 16000 Franken.»

Ein weiterer Leser will wissen, wie ein liberaler Politiker nicht mit der Harmonisierung der Stipendien und dem Prinzip der Chancengleichheit einverstanden sein könne. «Chancengleichheit ist mir ein wichtiges liberales Prinzip. Die Kantone, unterstützt vom Bund, stärken es mit ihrem Konkordat. Jeder und jede mit einem Vollstipendium erhält mindestens 16000 Franken.»

Stevan Bukvic
«Ich bin mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Alle wollten studieren, die Eltern haben das bestmöglichst unterstützt. Wir waren aber gezwungen, unseren Teil dazu beizutragen. Und deshalb haben wir gejobbt. Und jene, bei denen es nicht gereicht hat, konnten schon damals um ein Stipendium nachfragen.»

«Ich bin mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Alle wollten studieren, die Eltern haben das bestmöglichst unterstützt. Wir waren aber gezwungen, unseren Teil dazu beizutragen. Und deshalb haben wir gejobbt. Und jene, bei denen es nicht gereicht hat, konnten schon damals um ein Stipendium nachfragen.»

Stevan Bukvic / Tilllate.com

Auch wer aus einer ärmeren Familie stammt, soll studieren können. Das ist das Ziel der Stipendien-Initiative, die am 14. Juni vors Volk kommt. Die Initianten wollen das Stipendienwesen in der Schweiz zu diesem Zweck harmonisieren. Heute bekommt ein Stipendienbezüger im Kanton Waadt rund doppelt so hohe Beiträge wie einer im Kanton Luzern. Dies soll sich nach dem Willen der Initianten ändern: Künftig soll jedem Studenten in der Schweiz ein «minimaler Lebensstandard» garantiert werden.

Der Bundesrat empfiehlt die Initiative zur Ablehnung – auch wenn er die Stossrichtung des Volksbegehrens grundsätzlich unterstützt. Er will, dass das Stipendienwesen Sache der Kantone bleibt. Mit dem total revidierten Ausbildungsbeitragsgesetz hat er einen indirekten Gegenvorschlag ausgearbeitet.

Am Donnerstagnachmittag ab 13.30 Uhr stellt sich Bildungsminister Johann Schneider-Ammann den Fragen der 20-Minuten-Leser zur Abstimmung. Was wollen Sie vom FDP-Bundesrat wissen?

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