Studie: Gleichstellung raubt Männergefühle
Aktualisiert

StudieGleichstellung raubt Männergefühle

Frauen empfinden die Liebe viel intensiver als Männer. Die Gleichberechtigung verstärkt laut einer Studie diesen Gegensatz.

von
Lorenz Hanselmann

Auf der ganzen Welt lieben Frauen stärker als Männer. In der Schweiz ist der Unterschied aber besonders gross. Dies ergab ein Befragung von 15 234 Personen in 48 Ländern. Die Forscher der Bradley University in den USA führen dies auf die bei uns besonders weit fortgeschrittene Gleichberechtigung zurück, wie die Zeitschrift «Psychologie heute» berichtet.

Dass Frauen intensiver lieben als Männer, weiss Paartherapeut Hans-Peter Dür aus der Praxis: «Bei mir beklagen sich viele Frauen, dass Männer weniger Gefühle in die Partnerschaft investieren als sie selbst.» Für Werner Huwiler vom Mannebüro Züri haben die Männer weniger starke Gefühle, weil mit der Gleichstellung auch die Gegensätze zwischen den Geschlechtern verschwunden seien: «Unterschiede sind für Männer attraktiv. Die Gleichstellung kann sie deshalb verunsichern.» Dem pflichtet die Paar- und Sexualberaterin Rita Schriber bei. «Die Frauen sind quasi zum starken Geschlecht geworden. Viele Männer trauen sich nicht mehr, zu ihrer Natur zu stehen, resignieren und bauen eine Mauer um ihre Gefühle auf.» Auf der anderen Seite habe die Gleichstellung auch die weiblichen Gefühle gestärkt. «Frauen können ihre Liebe besser zeigen, wenn sie respektvoll behandelt werden.»

Die grossen Liebes-Unterschiede können für beide Geschlechter negativ sein. Dür: «Wenn ein Ungleichgewicht besteht, ist eine Beziehung weniger stabil.»

Deine Meinung