Aktualisiert 28.03.2014 10:41

Zürich

Gleise im HB überquert – Mann verurteilt

Lebensmüde oder unschuldig? Laut Anklage hat ein Zürcher Unterländer aus Höri im Zürcher Hauptbahnhof gleich zwei vielbefahrene Bahngeleise zu Fuss überschritten.

von
Attila Szenogrady
Ein Mann überquerte angeblich die Gleise 22/23 im Zürcher HB.

Ein Mann überquerte angeblich die Gleise 22/23 im Zürcher HB.

Laut Anklage spielte der Beschuldigte aus Höri am 9. April 2012 mit seinem Leben. Kurz nach Mitternacht hielt er sich damals im Zürcher Hauptbahnhof auf und rannte mit zwei Kollegen plötzlich über die vielbefahrenen Bahngleise 22 und 23. Mehrere Sicherheitsbeamte hatten den Vorfall beobachtet, stellten das Trio und erstatteten Anzeige.

Strafbefehl zuerst angefochten

Bereits wenige Monate später wurden die drei Männer vom Zürcher Stadtrichteramt verurteilt. Auch der Höremer, der wegen verbotenen Überschreitens der SBB-Bahngleise eine Busse von 80 Franken kassierte. Zudem sollte er die Gebühren von 128 Franken tragen.

Allerdings erhob er gegen den Strafbefehl Einsprache und führte laut seinem Verteidiger aus, dass nicht er, sondern seine beiden Kollegen über die Schienen gerannt seien. Mit der Folge, dass am Donnerstag ein Prozess am Bezirksgericht Zürich auf dem Programm stand.

Rückzug wegen Prozessrisiko

Allerdings kam es nicht mehr zu einer Verhandlung. So zog der Beschuldigte seine Anträge doch noch zurück. Sein Bülacher Verteidiger führte dazu aus, dass sich sein Mandant wegen des Prozessrisikos dazu durchgerungen habe, die verhältnismässig geringe Busse von 80 Franken zu akzeptieren.

Entscheidend war dabei, dass mehrere Zeugen der Securitrans den Zürcher Unterländer während der Untersuchung belastet hatten. Hätte er den Prozess verloren, wäre es für ihn sehr teuer geworden. Der Anwalt sprach von mehreren 1000 Franken, die sein Klient womöglich verloren hätte. Deshalb habe er sich mit der Verurteilung abgefunden.

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