Riesen-Verlust: Glencore-Chef sieht rot – und gibt sich 60 Millionen

Aktualisiert

Riesen-VerlustGlencore-Chef sieht rot – und gibt sich 60 Millionen

Der tiefe Ölpreis reisst den Rohstoffriesen über eine halbe Milliarde tief in den Verlust. Dennoch gibt es für die Aktionäre und damit auch für Chef Glasenberg Geld.

von
I. Strassheim
Glencore-Chef Ivan Glasenberg: Sein Vermögen wird auf 5 bis 6 Milliarden Franken geschätzt.

Glencore-Chef Ivan Glasenberg: Sein Vermögen wird auf 5 bis 6 Milliarden Franken geschätzt.

Die Preise für Öl, Zink oder Kupfer sind immens gesunken und das bekommt auch der in Baar beheimatete Glencore-Konzern zu spüren: Der Verlust im ersten Halbjahr beträgt 676 Millionen Dollar, im Vorjahr hatte der Rohstoff-Riese noch einen Gewinn von 1,7 Milliarden Dollar gemacht.

«Vor dem Hintergrund eines herausfordernden Preisrutsches bei vielen unserer Rohwaren haben wir eine Reihe vorsorglicher Schritte eingeleitet», erklärte Glencore-Chef Ivan Glasenberg. Er will im laufenden Jahr 800 Millionen Dollar weniger, nämlich noch 6 Milliarden, in seine weltweiten Minen, den Abbau und den Handel investieren. Im kommenden Jahr will Glasenberg die Investitionen um eine weitere Milliarde kürzen.

Um die Aktionäre und damit auch sich selbst dennoch bei Laune zu halten, erteilt Glencore dennoch wie auch letztes Jahr eine Zwischendividende von sechs US-Cents pro Aktie. Nur fürs Halbjahr. Glasenberg hält rund acht Prozent der Aktien, wie viele das genau in Stückzahlen sind und wie hoch seine Dividendensumme damit ausfällt, ist nur schätzbar. Sie dürfte jedoch rund 60 Millionen Dollar betragen. Glasenbergs Vermögen schätzt das Magazin «Bilanz» auf fünf bis sechs Milliarden Franken.

Die Aktie selbst stürzte an der Börse am Mittwochvormittag um über sechs Prozent ab. Sie wurde diesem Jahr ohnehin schon stark gebeutelt und hat rund 40 Prozent nachgegeben.

Der Rohstoffmarkt leidet unter der nachlassenden Nachfrage aus China. Ausserdem macht dem Ölpreis die Überproduktion der Opec-Staaten zu schaffen.

Glencore-Chef Glasenberg hält das jedoch für eine vorübergehende Erscheinung und nannte einen Preisanstieg «unvermeidlich».

Ölpreis nahe Rekordtief

Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent steht derzeit bei 48,71 Dollar und damit nahe beim Tief von 45,19 Dollar im Januar. «Die Stimmung auf den Rohstoffmärkten ist sehr, sehr negativ», sagt Carsten Menke zu 20 Minuten. Laut dem Experten von der Bank Julius Bär verschärft das gebremste Wachstum in China die Lage, das Land ist grösster Rohstoffabnehmer der Welt.«Wir rechnen mit einem Ölpreis von 50 bis 55 Dollar in den nächsten zwölf Monaten», so Menke. Die nächsten 5 Jahre werde er kaum steigen. (ish)

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