Globus: Eine Million Umsatzverlust wegen Asbest
Aktualisiert

Globus: Eine Million Umsatzverlust wegen Asbest

Das Warenhaus Globus in Zürich hat in den zwei Tagen, an denen es wegen Asbest-Vorkommnissen geschlossen bleiben musste, rund eine Million Franken Umsatzeinbusse erlitten.

Ab Mittwoch ist das Geschäft an der Bahnhofstrasse wieder geöffnet.

«Wir haben aus Sicherheitsgründen das Geschäft am Dienstag auch noch geschlossen gelassen, obwohl bereits am Montag den ganzen Tag lang Reinigungsarbeiten vorgenommen wurden», sagte Marcel Dietrich, Unternehmensleiter bei Globus, am Dienstag vor den Medien. Für die Mitarbeitenden und die Kunden habe aber nie ein Risiko bestanden.

Insgesamt waren 250 Mitarbeitende von der Schliessung betroffen, wie Globus-Geschäftsführerin Janneke de Bruijn sagte. Sämtliche von ihnen würden selbstverständlich auch in der Zeit, in der sie nicht arbeiten konnten, bezahlt.

Auch für die Handwerker habe kaum Gefahr bestanden, sagte Dietrich weiter. Die betroffene Zone sei sofort nach Entdecken des Materials geschlossen und abgeriegelt worden. Entdeckt wurde das asbesthaltige Isolationsmaterial am Samstagabend drei Stunden nach Ladenschluss beim Eingang Löwenstrasse.

Auch zweiter Eingang wird nochmals saniert

«Wir nehmen an, dass auf der gegenüberliegenden Eingangsseite ebenfalls Reste von Asbest im Isolationsmaterial vorhanden sind», sagte Heinz Klausner, Leiter Immobilien bei Globus. Deshalb muss beim Umbau dieses Bereiches des Erdgeschosses in nächster Zeit erneut eine Asbest-Sanierung durchgeführt werden.

«Dieser Bereich wird dabei hermetisch abgeschlossen und die Arbeiten finden unter Unterdruck statt», erklärte Klausner. So bestehe weder für Mitarbeitenden noch für Kunden ein Risiko. Die Handwerker arbeiten in Schutzanzügen.

Der Globus an der Zürcher Bahnhofstrasse war bereits in den Neunzigerjahren für 15 Millionen Franken hinsichtlich Asbest totalsaniert worden. «Diese Arbeiten wurden professionell gemacht, nichts wurde übersehen», sagte der Leiter Immobilien weiter. Wenn man die totale Garantie wolle, müsse man ein Gebäude abreissen.

Zwei Messungen über dem Grenzwert

Messungen am Sonntag hatten ergeben, dass mehrere Werte klar über dem gesetzlich Grenzwert lagen. Am Montag lagen gemäss dem Unternehmensleiter noch zwei von neun Werten im ganzen Haus knapp über dem Grenzwert. «Die Situation in der Delikatessa zum Beispiel war am Montag bereits absolut normal und unbedenklich», sagte er.

Überprüft und gegebenenfalls wieder freigegeben werden die Räume vom Amt für Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ). Es komme ein- bis zweimal jährlich vor, dass in Gebäuden, die nach einer Sanierung als asbestfrei gelten, der Stoff wieder auftauche, sagte René Mähli vom UGZ.

Das UGZ wird den Umbau des Zürcher Globus weiter begleiten. Die Arbeiten sollen Ende September fertig sein. Gefährlich sei Asbest nur dann, wenn die Fasern ungebunden in der Luft lägen und über längere Zeit eingeatmet würde, erklärte ein Facharzt der SUVA. Dieser Faserstaub hat eine krebserregende Wirkung.

(sda)

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