Aktualisiert 27.12.2016 12:13

Zürich CityGlobus-Verkäuferinnen sollen neu auch kellnern

Gastro auf jeder Etage und Modeverkäuferinnen, die auch Cüpli ausschenken: Globus baut sein Flaggschiff an der Zürcher Bahnhofstrasse radikal um – schon wieder.

von
rom
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So kennt man den Globus Bahnhofstrasse seit dem letzten Totalumbau vor elf Jahren.

So kennt man den Globus Bahnhofstrasse seit dem letzten Totalumbau vor elf Jahren.

Keystone/Gaetan Bally
Typisch sind die anthrazitfarbenen Böden und Decken.

Typisch sind die anthrazitfarbenen Böden und Decken.

Dominique Meienberg
Die Delicatessa im Untergeschoss wurde gar erst vor zwei Jahren komplett umgebaut ...

Die Delicatessa im Untergeschoss wurde gar erst vor zwei Jahren komplett umgebaut ...

Globus

Mit einem Totalumbau der Läden will das Warenhaus Globus den Umsatzrückgang stoppen – minus 1 Prozent werden dieses Jahr erwartet, im Vorjahr waren es gar minus 3 Prozent. Das Flaggschiff an der Zürcher Bahnhofstrasse ist 2018 an der Reihe: Die oberen sechs Etagen sollen für 20 bis 40 Millionen Franken komplett umgebaut werden.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Gastronomie: Das Dachrestaurant wird von der Seite Löwenplatz auf die Seite Bahnhofstrasse verlegt und mit einem Extra-Lift erschlossen. «So können wir das Restaurant von Montag bis Sonntag bis ein Uhr morgens betreiben», sagte Thomas Herbert, Chef der Migros-Warenhaustochter Globus, in der «Schweiz am Sonntag». Ähnlich funktioniert bereits das Rooftop-Restaurant bei Modissa.

50 verschiedene Champagner

Doch damit nicht genug: «Auf jeder Etage wird es ein Gastrokonzept geben», sagte Herbert weiter. Heute findet man neben dem Restaurant nur im Erdgeschoss eine grosse und in der Delicatessa eine kleine Bar. Neu ist beispielsweise auf der Frauenmodeetage eine Champagner-Bar mit 50 verschiedenen Champagnersorten vorgesehen. «Während die Kundin Schuhe anprobiert, kann sie mit ihren Freundinnen gleichzeitig anstossen», sagte Herbert.

Falls ihre Kauflaune dadurch steigen sollte: Zusätzlich stünden Touchscreen-Displays bereit, auf denen die Kundin gleich online Vorhänge, Dessous oder Parfums bestellen kann. Die Globus-Verkäuferinnen der Zukunft werden gemäss Herbert nicht nur beraten, sondern auch das iPad bedienen und Getränke ausschenken sollen.

Weiter sollen schwere und sperrige Artikel aus dem Warenhaus verbannt oder nicht mehr in allen Farben und Formen im Laden angeboten werden – online bestellen wäre jedoch möglich. Die frei werdenden Flächen will man laut Herbert zur Inszenierung der Produkte nutzen: «Wir müssen den Einkauf auf der Fläche mehr zelebrieren, mehr Luft bieten.»

Wohlfühlerlebnis dank Lounges

Um attraktiv zu bleiben, müssen sich Warenhäuser heute immer schneller erneuern. Zum Vergleich: Der letzte Totalumbau des Globus Bahnhofstrasse liegt gerade mal elf Jahre zurück. Damals wurden die oberen sechs Etagen für ebenfalls gegen 40 Millionen Franken komplett erneuert. Es war der radikalste Umbau seit der Eröffnung des Warenhauses 1967. Die Delicatessa im Untergeschoss wurde erst vor zwei Jahren aufgemöbelt. Gemäss dem Bericht sollen nach 2018 auch die restlichen zwölf Globus-Warenhäuser rundum erneuert werden.

Mit seiner Gastro-Offensive steht Globus nicht allein da: Auch Modehäuser wie PKZ verfügen an gewissen Standorten bereits über entsprechende Angebote oder servieren Espresso in Lounges. Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler wundert das nicht: «Gerade die Modeanbieter leiden unter der Onlinekonkurrenz und müssen ihren Kunden einen Mehrwert im Laden bieten, ein Wohlfühlerlebnis», sagt er zu 20 Minuten. «Das kann eben ein Cüpli sein oder auch andere Annehmlichkeiten.»

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