Aktualisiert 14.07.2009 19:20

FinanzkriseGlück für Schweizer Kaupthing-Kunden

Anleger und Gläubiger der Schweizer Niederlassung der isländischen Kaupthing Bank erhalten laut der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma ihre Gelder vollumfänglich zurück.

Möglich wird das Happy-End, weil die im letzten Oktober zusammengebrochene Kaupthing Bank Luxembourg von Investoren übernommen und erfolgreich umstrukturiert wurde. Die für die Ausbezahlung der Forderungen der Gläubiger im Konkursverfahren der Zweigniederlassung Genf erforderliche Summe sei vollständig sichergestellt und auf einem Bankkonto in der Schweiz eingegangen, heisst es in der Mitteilung. Damit könnten sowohl sämtliche noch ausstehenden Einlagen als auch alle übrigen gegenüber der Zweigniederlassung Genf bestehenden und im Konkursverfahren anerkannten Forderungen zu 100 Prozent befriedigt werden. Kleinanleger hatten bereits am vergangenen 16. und 17. Oktober alle Guthaben von bis zu 5.000 Franken ausbezahlt erhalten.

Die Finma und die Konkursliquidatoren wollen nun alles daran setzen, dass sämtliche Anleger im Laufe des Monats August ihre Guthaben samt Zins zurückerhalten. Vollständig zurückbezahlt werden auch die von Banken und Effektenhändlern im Zusammenhang mit der Einlagensicherung zur Verfügung gestellten Beträge von insgesamt rund 28 Millionen Franken. Es handelte sich um den ersten und bisher einzigen Anwendungsfall der Einlagensicherung in der laufenden Finanzkrise. Aus den Mitteln wurden bis Ende Oktober Einlagen bis zum damals gesicherten Höchstbetrag von 30.000 Franken zurückerstattet. (dapd)

Das ist die Finma

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma nahm am 1. Januar 2009 ihren Betrieb auf. Neu ist in der Schweiz die staatliche Aufsicht über Banken, Versicherungsunternehmen, Börsen und Effektenhändler sowie weitere Finanzintermediäre in einer Behörde zusammengefasst. Die drei bisherigen Behörden Bundesamt für Privatversicherungen BPV, Eidgenössische Bankenkommission EBK und Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei Kst GwG wurden in einer zentralen Dienststelle zusammengeführt.

Die Finanzmarktaufsicht bezweckt laut Gesetz den Schutz der Gläubiger, der Anleger, der Versicherten sowie den Schutz der Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte. Mit der Zusammenführung soll wegen der immer komplexeren Aufgaben der Aufsichtsbehörden die Schweizerische Finanzmarktaufsicht gestärkt werden und ihr im internationalen Verhältnis ein grösseres Gewicht verliehen werden.

Die Finma ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt und funktionell, institutionell und finanziell unabhängig. Die Führung besteht aus einem Verwaltungsrat, einer Geschäftsleitung und einer von der Eidgenössischen Finanzkontrolle wahrgenommenen externen Revisionsstelle. Die Finma beschäftigt rund 320 Mitarbeiter, dabei handelt es sich vor allem um Juristen, Ökonomen, Mathematiker, Wirtschaftsprüfer und Aktuare sowie Rechnungslegungs- und Anlagespezialisten. Präsident des Verwaltungsrats ist Eugen Haltiner, der lange in der UBS-Geschäftsleitung tätig war. Vizepräsident Daniel Zuberbühler war zuvor EBK-Direktor.

Die Kosten der Finma werden vollumfänglich durch die Beaufsichtigten über Gebühren und Aufsichtsabgaben finanziert. Für das erste Betriebsjahr 2009 ist ein Betriebsaufwand von 86 Millionen Franken budgetiert. (scc)

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