NLA: Glücklicher Sieg für die Langnauer in Bern
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NLAGlücklicher Sieg für die Langnauer in Bern

Die Langnau Tigers drehen das Derby gegen den SCB in letzter Minute und entführen drei Punkte aus der Postfinance-Arena. Zug gewinnt gegen Lugano 2:1.

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Langnau gewinnt in Bern 2:1.

Langnau gewinnt in Bern 2:1.

Christian Pfander
Die Berner hatten die besseren Chancen, aber Langnau holt sich drei Punkte.

Die Berner hatten die besseren Chancen, aber Langnau holt sich drei Punkte.

Keystone/Peter Klaunzer
Berns Tavares scheitert an Langnau-Goalie Bäumle

Berns Tavares scheitert an Langnau-Goalie Bäumle

Christian Pfander

Der Trainerwechsel bewirkte beim SC Langnau eine markante Reaktion. Die Langnauer feierten beim grossen SC Bern mit 2:1 nach einem 0:1-Rückstand bis zur 50. Minute den ersten Derby-Sieg in dieser Saison.

Alex Reinhard, der vor einer Woche als Nachfolger von John Fust eingesetzt worden war, wollte als erste Handlung mit dem Team der Abwehrarbeit oberste Priorität einräumen. Das Defensiv-Verhalten sollte neu einstudiert werden. Nach einer Woche und zwei Siegen mit bloss einem Gegentor (4:0 gegen Ambri-Piotta und 2:1 gegen Bern) darf mit Fug und Recht behauptet werden: dieses erste Ziel haben die Tigers erreicht. Goalie Thomas Bäumle glänzte in Bern mit 38 Paraden. Nur nach 32 Minuten und einem Geistesblitz von Mark Streit musste sich Bäumle von Martin Plüss bezwingen lassen. Danach hielt er seinen Kasten rein und ebnete so das Terrain zur unerwarteten und späten Wende.

Der SC Bern hatte sich die erst fünfte Heimniederlage, die dritte gegen einen Kantonsrivalen, selber zuzuschreiben. Die Berner verpassten es trotz klaren Vorteilen, den Gast aus dem Emmentaler früher klarer zu distanzieren. In der Schlussphase kam zum Unvermögen auch noch Pech hinzu. In der 54. Minute erzielte John Tavares wohl ein reguläres Tor, weil der Puck aber immer von einem Körper- oder Ausrüstungsteil von Bäumle verdeckt wurde, konnten die Referees den Treffer auch nach der Konsultation der TV-Bilder nicht anerkennen.

Die Wende verlief bemerkenswert. Olivier Gigon, der erst zum vierten Mal diese Saison an Stelle von Marco Bührer das Berner Tor hütete, ermöglichte mit einem Scheibenverlust hinter dem eigenen Tor an Alban Rexha den 1:1-Ausgleich. Rexha sah Robin Leblanc, der das offene Goal nicht verfehlte. Das 2:1-Siegtor für Langnau erzielte Etienne Froidevaux, der letzte Saison noch mit Bern bis in den Playoff-Final gestürmt war. Froidevaux profitierte von einem Fehlpass von Beat Gerber und einer Kollision zwischen Berns Verteidiger Geoff Kinrade und dem Langnauer Captain Simon Moser. Dadurch konnte Froidevaux solo auf Gigon losziehen.

Die SCL Tigers gewannen so die ersten beiden Spiele unter Alex Reinhard, nachdem sie vorher in 28 Partien unter John Fust nie zweimal hintereinander gesiegt hatten. Die nächste Bewährungschance bietet sich den Emmentalern gegen die ZSC Lions.

Sorgen und Kopfschmerzen für Del Curto

Klotens Topskorer Victor Stancescu führte die Flyers gegen den weiterhin taumelnden HCD mit einer Doublette zum 4:2-Heimsieg. Für den Rekordmeister verschärft sich die Situation nach dem dritten Fehltritt in Folge wieder.

In der Kolping-Arena zeichnete sich früh ab, dass Kloten nicht gewillt sein würde, den Bündnern einen Ausweg aus der prekären Lage zu gewähren. Simon Bodenmann legte den Kurs nach 177 Sekunden fest. Der Nationalspieler verwertete einen Pass Hollensteins perfekt. Noch ehe die angeschlagenen Gäste sich richtig gruppierten, führten die Flyers bereits 2:0. Stancesu hatte getroffen. Kurz vor Spielmitte erhöhte der Captain mit seinem zwölften Saisontor auf 3:0. Eine ernsthafte Davoser Reaktion liess die Nummer 6 der Liga nicht mehr zu.

Del Curto schmerzte das Ergebnis nicht nur mit Blick auf den immer härteren Kampf um einen Platz im Playoff. Der HCD-Coach erlitt wegen eines abgefälschten Pucks eine klaffende Wunde am Kopf und musste während des Spiels medizinisch versorgt werden. Für ihn endete der missratene Abend in Zürich in jeglicher Beziehung mit Kopfschmerzen.

Keeper Markkanen brillierte

Zug benötigte gegen Lugano beim 2:1-Erfolg keine Sonderefforts der NHL-Fraktion. Ein solider Auftritt und einige Paraden von Keeper Markkanen genügten dem EVZ gegen die nach wie vor unberechenbaren Bianconeri.

Die zuletzt auswärts unzureichenden bis desolaten Tessiner (1:4 in Bern und 1:8 in Davos) stemmten sich in der Bossard-Arena vehementer als auch schon gegen die Niederlage. Es gelang ihnen immerhin, die beste Linie der Liga zu stoppen. Topskorer Damien Brunner blieb zum zweiten Mal in Folge ohne Torerfolg, bereitete aber gleichwohl das kursweisende 1:0 durch Josh Holden vor.

Deshalb rückte für einmal nicht die Parade-Formation um Detroits Superstar Henrik Zetterberg in den Mittelpunkt. Das Rampenlicht gehörte Jussi Markkanen. Der oft kritisierte Finne spielt eine immer bessere Form aus und verunmöglichte mit seinen exzellenten Interventionen eine phasenweise durchaus mögliche Wende.

Heimsieg im Spitzenkampf

Die grossartige Defensive sicherte dem HC Fribourg-Gottéron (1.) einen weiteren Sieg. Die Freiburger gewannen das Spitzenspiel gegen das zuvor punktgleiche Servette mit 2:0.

Und wiederum entpuppte sich der erst 21-jährige Jungspund Benjamin Conz als grosse Figur. Der Goalie des HC Fribourg liess sich erneut nicht bezwingen. Er feierte den dritten Shutout hintereinander nach dem 3:0 gegen Davos und dem 4:0 auswärts bei Meister ZSC Lions. Und weil Conz vorher auch beim 5:2-Erfolg gegen Langnau über 40 Minuten lang kein Gegentor kassierte, ist er seit mittlerweile 220:35 Minuten ohne Gegentor. Heute (Samstag) in Lugano könnte Benjamin Conz die über 13 Jahre alte Bestmarke seines Vorgängers im Fribourg-Goal, Cristobal Huet, verbessern. Huet blieb in der Saison 1999/2000 im Dress des HC Lugano während 248:10 Minuten ohne Gegentor. Für seinen fünften Shutout in dieser Saison musste Benjamin Conz 23 Schüsse abwehren.

Für die Tore sorgte Fribourgs Überzahlspiel. Fribourgs Powerplay, das beste der Liga, setzte sich gegen Servettes Penalty-Killing (ebenfalls das beste der Liga) klar durch. Nach 16 Minuten gelang Benny Plüss das Führungstor, als Christopher Rivera für Servette wegen eines Stockschlags auf der Strafbank sass. Und bei Cedric Botters 2:0 nach 34 Minuten lief eine Strafe gegen Jonathan Mercier unmittelbar vorher ab. Servette versuchte, mit hartem Körperspiel Fribourg beizukommen. Das Team von Chris McSorley kassierte aber zu viele Strafen und verlor deshalb die Partie.

Nach dem dritten Sieg über Servette im fünften Direktduell in dieser Saison steht fest, dass der HC Fribourg-Gottéron als Meisterschafts-Leader an den Davoser Spengler Cup reisen wird.

Bern - Langnau 1:2 (0:0, 1:0, 0:2)

PostFinance. 16'718 Zuschauer. SR Kämpfer/Reiber, Fluri/Müller.

Tore: 32. Martin Plüss (Mark Streit, Josi) 1:0. 50. Leblanc (Rexha) 1:1. 59. Froidevaux (Simon Moser) 1:2. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Langnau. PostFinance-Topskorer: Tavares; Kurtis McLean.

Bern: Gigon; Roche, Mark Streit; Kinrade, Beat Gerber; Josi, Philippe Furrer; Jobin; Vermin, Ritchie, Tavares; Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Rubin, Gardner, Scherwey; Alain Berger, Flurin Randegger, Pascal Berger.

Langnau: Bäumle; El Assaoui, Rytz; Simon Lüthi, Reber; Lardi, Christian Moser; Sterchi; Pelletier, Kurtis McLean, Claudio Moggi; Simon Moser, Froidevaux, Genazzi; Leblanch, Rexha, Tobias Bucher; Lukas Haas, Adrian Gerber, Kim Lindemann.

Bemerkungen: Bern ohne Hänni, Langnau ohne Popovic, Jacquemet, Valentin Lüthi, Sandro Moggi, Tom Gerber und Trummer (alle verletzt). Neuenschwander (im 2. Drittel) und Claudio Moggi (14.) verletzt ausgeschieden. Timeout Bern (56.). Pfostenschuss Tavares (38.).

Kloten Flyers - Davos 4:2 (2:0, 1:0, 1:2)

Kolping-Arena. - 6436 Zuschauer. - SR Küng/Kurmann, Espinoza/Kohler.

Tore: 3. Bodenmann (Santala, Hollenstein) 1:0. 13. Stancescu (DuPont) 2:0. 30. Stancescu (Lemm) 3:0. 45. Marha (Thornton, Bürgler) 3:1. 52. Jenni (Kreps, Lundberg) 4:1. 60. (59:03) Sciaroni (Wieser) 4:2.

Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Schelling) gegen Kloten, 7mal 2 plus 10 Minuten (Ramholt) gegen Davos.

PostFinance-Topskorer: Stancescu; Bürgler.

Kloten: Rüeger; Blum, DuPont; Stoop, Schelling; Frick, Müller; Steiner, Bagnoud; Bodenmann, Santala, Hollenstein; Bieber, Lemm, Stancescu; Jenni, Lundberg, Kreps; Herren, Walser, Neher.

Davos: Genoni; Forster, Joggi; Grossmann, Marha; Back, Schneeberger; Ramholt, Alatalo; Eriksson, Reto von Arx, Bürgler; Wieser, Thornton, Sykora; Hofmann, Steinmann, Sciaroni; Schommer, Corvi, Ryser.

Bemerkungen: Kloten ohne Laich, Sannitz, Du Bois, Von Gunten, Liniger (alle verletzt), HCD ohne Jan von Arx, Guggisberg, Taticek, Rizzi, Nash (alle verletzt), Camichel (krank), Guerra, Sieber (beide U20-WM). 42. Pfostenschuss von Santala.

Zug - Lugano 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)

Bossard-Arena. - 6436 Zuschauer. - SR Eichmann/Rochette, Bürgi/Rohrer.

Tore: 9. Holden (Diaz, Brunner/Ausschluss Conne) 1:0. 22. Casutt (Schnyder) 2:0. 42. Ruefenacht 2:1.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Zug, 7mal 2 plus 10 Minuten (Hirschi) gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Brunner; Metropolit.

Zug: Markkanen; Diaz, Furrer; Helbling, Fischer; Chiesa, Furrer; Brunner, Zetterberg, Omark; Suri, Holden, Lammer; Schnyder, Sutter, Casutt; Lüthi, Schneuwly, Lindenmann.

Lugano: Flückiger; Heikkinen, Sbisa; Morant, Hirschi; Ulmer, Vauclair; Schlumpf; Bergeron, Metropolit, Ruefenacht; Kostner, McLean, Jordan Murray; Di Pietro, Kamber, Steiner; Pivron, Conne, Reuille.

Bemerkungen: Zug ohne Christen, Rossi, Blaser, Erni (alle verletzt), Martschini (U20), Wozniewski (überzählig), Lugano ohne Brady Murray, Blatter, Domenichelli, Fazzini (alle verletzt), Nummelin, Nodari (beide überzählig), Simion (U20-WM). 29. Pfostenschuss von Metropolit.

Fribourg - Genève-Servette 2:0 (1:0, 1:0, 0:0)

St-Léonard. 6700 Zuschauer (ausverkauft). SR Koch/Wiegand, Arm/Küng.

Tore: 16. Benny Plüss (Loeffel, Bykow/Ausschluss Rivera) 1:0. 34. Botter (Cadieux, Tristan Vauclair) 2:0. Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Fribourg, 7mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.

PostFinance-Topskorer: Dubé; Dan Fritsche.

Fribourg: Benjamin Conz; Kwiatkowski, Marc Abplanalp; Ngoy, Birbaum; Loeffel, Schilt; Mauldin, Desharnais, Knoepfli; Hasani, Dubé, Gamache; Sprunger, Bykow, Benny Plüss; Cadieux, Botter, Tristan Vauclair; Brügger.

Genève-Servette: Tobias Stephan; Vukovic, Bezina; Kamerzin, Mercier; Yannick Weber, Gautschi; Rivera, Walker, Fata; Dan Fritsche, Romy, Picard; Simek, Paul Savary, Ryan Keller; Roland Gerber, Berthon, Samuel Friedli; Gian-Andrea Randegger, John Fritsche.

Bemerkungen: Fribourg ohne Heins, Rosa (beide überzählige Ausländer), Jeannin und Lukas Gerber, Genève-Servette ohne Walsky, Leonelli, Almond und Salmelainen (alle verletzt). Timeout Genève-Servette (58:50). Pfostenschuss Tristan Vauclair (59.).

National League A

(si)

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