Aktualisiert 07.11.2013 22:26

Europa League

Glückloses Thun verliert gegen Kiew

Der FC Thun verliert in der Europa League gegen Dynamo Kiew 0:2, obwohl man ab der 17. Minute in Überzahl agieren kann. Eingeleitet wird die Niederlage durch ein Thuner-Eigentor.

War die Thuner Mannschaft vor zwei Wochen beim 0:3 im Hinspiel gegen denselben Gegner noch chancenlos geblieben, dürfte sich das Team von Urs Fischer über die heutige Niederlage noch einige Tage ärgern. Das Heimteam vergab in der Startphase zwei hochkarätige Chancen zur Führung und konnte nach dem frühen Platzverweis gegen Dieumerci Mbokani mehr als 70 Minuten in Überzahl agieren. Am Ende setzte sich aber die grössere Qualität und Abgeklärtheit der Mannschaft von Oleg Blochin durch. Vor allem der technisch überragende Andrej Jarmolenko, der einen Marktwert von mehr als 20 Millionen Franken hat, sorgte für den Unterschied.

Der FC Thun war zu Beginn der Partie im Vergleich zur Begegnung in Kiew wie verwandelt aufgetreten und bewies den von Trainer Fischer geforderten Mut. Bereits nach 27 Sekunden bot sich Christian Schneuwly nach einer schönen Flanke von Berat Sadik die Chance zum 1:0. Die Direktabnahme Schneuwlys aus zehn Metern parierte Alexander Schowkowski im Kiewer Tor stark. Fünf Minuten später waren die Thuner der Führung noch näher, als Sadik nach einem Steiplass von Thomas Reinmann und einem Dribbling mit seinem Schuss nur den Innenpfosten traf.

Hektische Startphase findet Höhepunkt in roter Karte

Auch Dynamo trug seinen Teil zur animierten Startphase in der Thuner Arena bei. Miguel Veloso prüfte nach einem Corner Guillaume Faivre aus spitzem Winkel ein erstes Mal (4.), in der 8. Minuten schoss der Portugiese nach einem Konter über das Tor. Für den nächsten Aufreger der Partie sorgte Dynamos Dieumerci Mbokani. Nach einem harmlosen Foul wurde der Stürmer aus der Demokratischen Republik Kongo von Schiedsrichter Clément Turpin ermahnt und aufgrund provokativen Verhaltens verwarnt, worauf Mbokani den Referee beleidigte und vom Platz flog.

Der Platzverweis machte die Aufgabe in der Offensive für die Thuner aber nicht einfacher. Kiew zog sich in Unterzahl in die eigene Platzhälfte zurück und bot dem Heimteam kaum Raum zum Kombinieren. Nur zweimal vermochten die Thuner vor der Pause das ukrainische Bollwerk zu durchbrechen. Sadik schoss beide Male - einmal nach einer schönen Passfolge über Josef Martinez und Cassio - aus spitzem Winkel am Tor vorbei (24./27.).

Eigentor stellt Spielverlauf auf den Kopf

In der 28. Minute lag der FC Thun plötzlich sogar im Rückstand. Jarmolenko, der bereits im Hinspiel den Thunern enorme Probleme bereitet hatte, setzte sich auf der rechten Seite gekonnt durch, seine Flanke lenkte Schenkel ohne Not ins eigene Tor ab. Der Treffer hatte sich nicht angekündigt, das 0:1 zur Pause entsprach nicht dem Spielverlauf. Die Thuner bekundeten zudem Pech, dass sie nicht in doppelter Überzahl agieren konnten. Nach einem taktischen Foul an Sekou Sanogo hätte Sergej Sydortschuk zwingend die zweite Verwarnung sehen müssen (39.).

Auch nach dem Seitenwechsel verzeichnete das Heimteam mehr Spielanteile, gefährlich wurde es vor dem Tor von Schowkowski allerdings nur selten. Einem Thuner Treffer am nächsten kam Sanogo in der 78. Minute, als er mit einem schönen Weitschuss das Ziel nur knapp verfehlte. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Thuner nach dem direkt verwandelten Freistoss von Jarmolenko allerdings bereits 0:2 zurück. Dem eingewechselten Marco Schneuwly, Martinez und Sadik, dem besten Thuner von heute Abend, boten sich in den Schussminuten noch einmal Gelegenheiten zum Anschlusstreffer.

Nach der dritten Niederlage in Folge sind die Chancen der Thuner auf ein Weiterkommen in die K.o.-Phase auf ein Minimum gesunken. Vor den beiden abschliessenden Partien in Wien und zuhause gegen Genk liegt der Super-League-Vertreter vier Punkte und mehr hinter Leader Genk und Dynamo Kiew zurück.

Thun - Dynamo Kiew 0:2 (0:1)

Arena Thun. - 6523 Zuschauer. - SR Turpin (Fr). -

Tore: 28. Schenkel (Eigentor) 0:1. 68. Jarmolenko (Freistoss) 0:2.

Thun: Faivre; Lüthi, Reinmann, Schenkel, Wittwer (73. Zuffi); Hediger, Sanogo; Cassio (69. Christian Schneuwly), Martinez, Christian Schneuwly (69. Ferreira); Sadik.

Dynamo Kiew: Schowkowski; Danilo Silva, Chatscheridi, Dragovic (60. Vida), Tremoulinas; Miguel Veloso, Sydortschuk (46. Vukojevic); Jarmolenko, Belhanda, Gusew (88. Makarenko); Mbokani.

Bemerkungen: Thun ohne Sulmoni, Frey, Bättig (alle verletzt), Bigler und Schindelholz (beide rekonvaleszent), Dynamo Kiew ohne Garmasch und Selin (beide verletzt). 7. Pfostenschuss Sadik. 17. Platzverweis Mbokani (Schiedsrichterbeleidigung). Verwarnungen: 16. Mbokani (Spielverzögerung). 33. Sydortschuk (Foul). 42. Christian Schneuwly (Unsportlichkeit). 42. Dragovic (Unsportlichkeit). 57. Vukojevic (Foul). 79. Zuffi (Foul). 89. Jarmolenko (Unsportlichkeit).

Rapid Wien - Genk 2:2 (2:1)

Ernst-Happel-Stadion. - 34'300 Zuschauer. - SR Aydinus (Tür). -

Tore: 36. Mbodji (Foulpenalty) 0:1. 40. Boyd 1:1. 45. Boyd 2:1. 61. Buffel 2:2.

Rapid Wien: Novota; Trimmel, Sonnleitner, Dibon, Schrammel; Petsos, Boskovic (81. Behrendt); Hofmann (87. Starkl), Schaub, Sabitzer (77. Burgstaller); Boyd.

Genk: Köteles; Ngcongca, Mbodji, Koulibaly, Tshimanga; De Ceulaer, Gorius, Hyland, Buffel; Camus (90. Kumordzi), Vossen.

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