Gegen Kälte und Einsamkeit : Glückscoach verteilt 100 Einfränkler in Zürich
Aktualisiert

Gegen Kälte und Einsamkeit Glückscoach verteilt 100 Einfränkler in Zürich

Chris Oeuvray verschenkt am Montag 100 Einfränkler auf dem Paradeplatz. Es geht ihr dabei aber nicht ums Geld, sondern um ein Stück Glück, das sie den Passanten mitgeben will.

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zed

Passanten auf dem Zürcher Paradeplatz können sich am Montag freuen. Um die Mittagszeit steht dort nämlich Chris Oeuvray bereit, in ihren Taschen klimpern hundert Franken in der Form von Einfränkler-Münzen. Diese will sie unter das Volk verteilen. «Dies ist mein persönlicher Beitrag für Weihnachten und gegen den Terror, die Einsamkeit und die Kälte», sagt Oeuvray.

Laut der 48-Jährigen braucht es nur wenig, um etwas zu verändern und einem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. «Bei dieser Aktion geht es nicht ums Geld», sagt Oeuvray. Das Wichtige dabei sei die Geste. «Wenn mir jemand sagt, ich solle ihm doch lieber 50 Franken schenken, werde ich ihm schon mitteilen, dass Gier und Glück sich nicht vertragen.»

«Viele glauben, Glück nicht verdient zu haben»

Oeuvray ist seit Jahren Life-Coach und leitet Workshops zum Thema Glück, die Menschen dabei helfen sollen, ihr Leben glücklicher zu bestreiten. «Ich zeige den Leuten, die meine Kurse besuchen, womit Glück in Verbindung steht», sagt Oeuvray. Oft hätten die Leute eine falsche Vorstellung davon, was zum Glücklichsein nötig sei. «Viele denken, sie brauchen Geld, um glücklich zu sein und wenn sie dann Geld haben, sind sie immer noch unglücklich und wissen nicht, wieso.»

Glücklichsein habe laut Oeuvray viel mit Wahrnehmung zu tun: «Nicht selten denken wir, dass wir es gar nicht verdient haben, glücklich zu sein. Dann konzentrieren wir uns auf die kleinen, negativen Dinge im Leben und übersehen alles Positive.» Als Beispiel nennt sie Verspätungen im öffentlichen Verkehr. «Eine solche Situation kann man auf zweierlei Arten angehen. Entweder ärgert man sich grauenhaft über die Verspätung oder man nimmt die gewonnene halbe Stunde dankbar an. Vielleicht trifft man dabei sogar einen alten Freund, den man lange nicht mehr gesehen hat», so Oeuvray.

Für das eigene Glück verantwortlich

Ähnlich verhalte es sich in Partnerschaften. Ihre Klienten befänden sich oft bereits in einer guten Beziehung, könnten es aber dennoch nicht lassen, an ihrem Partner herumzumeckern. «Viele denken, dass sie glücklicher wären, wenn ihr Partner nur ein wenig anders wäre. Dabei vergessen sie, dass andere Personen nicht für ihr persönliches Glück verantwortlich sind», sagt Oeuvray.

Daher bringe sie den Leuten eine Technik bei, die ihnen hilft, aus dem Gefängnis aus negativen Gedanken und dem Entfliehen vor dem Glück auszubrechen. «Dabei löse ich negative Denkmuster auf und bringe die Menschen dazu, unbewusst mit einer positiveren Einstellung durch das Leben zu gehen.» Denn ein glücklicher Mensch erfahre nicht weniger schwierige Situationen, könne diese aber besser meistern.

Diesen Ausgang erhofft sie sich auch aus ihrer Einfränkler-Aktion am Montag. «Es wäre schön, wenn sich einige gute Gespräche entwickeln», sagt Oeuvray. Wenn sich Menschen über solche Kleinigkeiten freuen könnten, würden sie auch in ihrer Umgebung mehr Glück versprühen. Ob sie dabei auch gleich Werbung für ihre Glück-Workshops macht, ist noch unsicher. «Ich nehme ein paar Flyer mit, verteile sie aber nur, wenn es in die Situation passt», so Oeuvray.

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