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Nach MRI-UntersuchungGlückspilz Steiner ist erleichtert

196 Kilogramm wog die Hantel, unter der der deutsche Matthias Steiner zusammengebrochen ist. Dem Horrorunfall folgten bange Minuten im Spital. Nun gibt der Gewichtheber Entwarnung.

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Der deutsche Gewichtheber Matthias Steiner hat bei seinem schweren Unfall im olympischen Final der Superschwergewichtler keine Verletzungen an der Wirbelsäule erlitten. Dies ergab eine MRI-Untersuchung im Spital im olympischen Dorf.

Am Mittwochmorgen wurde Steiner bei einer weiteren Kernspintomografie auf Schäden an der Muskulatur kontrolliert. «Ich habe starke Schmerzen. Aber bei mir und meiner Familie überwiegt die Erleichterung, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Das Sportliche rückt da für den Moment in den Hintergrund», sagte Steiner.

«Oh, Gott. Das sah so gefährlich aus»

Auch sein Trainer Frank Mantek war aufgrund der Bilder des Unfalls erleichtert, dass sich der 29-Jährige nicht schlimmer verletzte. «Im ersten Augenblick habe ich gedacht: Oh, Gott. Das sah so gefährlich aus, so etwas habe ich noch nie gesehen», soll Mantek gemäss der «Augsburger Allgemeinen» nach dem dramatischen Zwischenfall seines Schützlings gesagt haben. Steiner habe sofort gesagt, dass er seine Beine bewegen könne. Coach Mantek lieferte eine Erklärung für den Unfall mit der 196-Kilogramm-Hantel. Dem tragischen Unfall sei ein technischer Fehler Steiners vorausgegangen. Er sei in Rücklage geraten und dann sei es passiert.

Der Olympiasieger von 2008 hatte beim zweiten Versuch im Reissen 196 kg in die Höhe gestemmt, jedoch das Gleichgewicht verloren. Die Hantel fiel auf Steiners Nacken und rollte dann auf seinen Oberschenkel. Der gebürtige Österreicher blieb am Boden liegen, stand nach kurzer Behandlungszeit jedoch wieder auf. Wenig später gab der 29-Jährige den Wettkampf auf.

Schon im Vorfeld der Spiele viel Pech

Bereits im Vorfeld der diesjährigen Sommerspiele hatte der Deutsche mit Problemen zu kämpfen. Nach einer Muskelverletzung am Oberschenkel konnte er erst im Januar mit den Olympia-Vorbereitungen beginnen. Dass er im April dieses Jahres bei der EM in Antalya den zweiten Platz schaffte, war eine dicke Überraschung. Danach folgten mehrere Verletzungen, die Qualifikation für London wankte. Doch Steiner hat sich mit einem vierwöchigen Trainingslager in seiner alten Heimat Österreich zurückgekämpft, in London peilte er die Bronzemedaille an.

Endstand Gewichtheben der Männer über 105kg:

1. Behdad Salimikordasiabi (Ir)

2. Sajjad Hamlabad (Ir)

3. Ruslan Albegow (Rus)

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