Studie: Glücksspieler leben ungesund
Aktualisiert

StudieGlücksspieler leben ungesund

Jede dritte junge Person in der Schweiz spielt um Geld – jede achte häufig. Und: Glücksspieler trinken, kiffen und rauchen häufiger als Nichtspieler.

von
Yves Duc

Laut der im Fachmagazin «Swiss Medical Weekly» publizierten Studie spielen 14 Prozent der 15- bis 24-Jährigen mindestens einmal pro Woche. Weitere 35 Prozent der 1116 Befragten hatten 2009 mindestens einmal an einem Geldspiel teilgenommen. Abgefragt wurden 16 Typen von Geldspiel, etwa Lotto, Spiele in ­Kasinos, Wetten im Internet oder Pokerturniere in privater Runde.

Die Resultate zeigen zudem: Junge Männer spielen häufiger als junge Frauen. Von den Gelegenheitsspielern sind 58 Prozent männlich, von den Vielspielern gar 75 Prozent. Besonders viele Zocker gibt es in der Westschweiz, besonders wenige im Tessin.

Und: Wohl auch um die Nervosität zu bändigen, rauchen, trinken und kiffen Spieler wie wild. So rauchen 34 Prozent der Vielspieler täglich und 13 Prozent kiffen. Fast jeder dritte Zocker betrinkt sich regelmässig, bei den Nicht-Spielern dagegen bloss 17 Prozent. Auch andere Drogen werden häufiger konsumiert.

Studienleiter Joan-Carles Surís fordert, dass Ärzte beim Abklären von Risikoverhalten bei Jugendlichen künftig auch das Glücksspiel berücksichtigen. Nötig seien Präventionsmassnahmen und allenfalls Interventionsprogramme, um zu verhindern, dass Jugend­liche eine Spielsucht entwickelten.

Zahlen dazu gibt es bisher nur für Erwachsene. So gelten 2,2 Prozent der Schweizer als Problem- und 1,1 Prozent als krankhafte Spieler.

Deine Meinung