Aktualisiert 23.01.2015 21:28

Thailand

Gluta, ein Hund im Glück

Gluta strahlt, sofern Hunde das können, auf jedem Foto, das ihr Besitzer von ihr macht. Lange hatte es die Strassenhündin aus Thailand nicht leicht.

von
gux
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2012 adoptierte Sorasart Wisetsin aus Bangkok eine Strassenhündin, die er Gluta nannte.

2012 adoptierte Sorasart Wisetsin aus Bangkok eine Strassenhündin, die er Gluta nannte.

Sorasart Wisetsin
Seit Gluta sogar eine Krebserkrankung überstand, ist sie in den Augen ihres Besitzers «der glücklichste Hund der Welt».

Seit Gluta sogar eine Krebserkrankung überstand, ist sie in den Augen ihres Besitzers «der glücklichste Hund der Welt».

Sorasart Wisetsin
Dutzende Porträts zeigen die glückliche Gluta ...

Dutzende Porträts zeigen die glückliche Gluta ...

Sorasart Wisetsin

Strassenhündin Gluta aus Thailand kommt von ganz unten: Nachdem sie lange obdachlos gewesen war, nahm Sorasart Wisetsin sie in sein Studentenheim mit. Hunde waren hier nicht erlaubt, und als ein Abwart den Hund eines Tages entdeckte, wollte er ihn töten. Das konnten Wisetsin und seine Freunde zwar gerade noch verhindern, doch der nächste Schicksalsschlag folgte sogleich: Obwohl Wisetsin alles tat, um seinen Strassenhund aufzupäppeln, ging es ihm von Tag zu Tag schlechter. Ein Besuch beim Arzt ergab, dass Gluta an Krebs erkrankt war.

Einmal mehr tat Wisetsin alles, um die Hündin zu retten: Das Tier musste mehrere Chemotherapie-Sitzungen überstehen und sich schliesslich einer Operation unterziehen, bei der ihm ein Tumor entfernt wurde. Nach eineinhalb Jahren war die bösartige Krankheit überstanden, Gluta war über den Berg. Besitzer Wisetsin beschloss, das Glück seines Hundes festzuhalten: Dutzende Porträts zeigen die glückliche Gluta, meist mit einer lustigen Kopfbedeckung, wie sie gesund und munter ihr neues Leben meistert. Man muss es zugeben, dieser Hund ist fotogen.

Seine Majestät König Bhumibol und seine Tongdaeng

Auf seinem Blog schreibt Wisetsin, er habe mit den Fotos vor allem eines bezwecken wollen: zu zeigen, was «Liebe, Pflege und ein Heim» für einen Strassenhund bedeuten können. Glutas Geschichte und ihre Fotos fanden schnell Verbreitung und waren so beliebt, dass Wisetsin jetzt in Zusammenarbeit mit der Tierschutzvereinigung Soi Dog ein Buch mit Glutas besten Bildern herausgibt.

Dass ein Thailänder einen der unzähligen Strassenhunde

aufnimmt, ist keine Selbstverständlichkeit. Lange mochten die Thais Hunde gar nicht, jagten, quälten und töteten sie. Dann sprach der verehrte König, Seine Majestät König Bhumibol Adulyadej, ein Machtwort – indem er mit gutem Beispiel voranging und die Hündin Tongdaeng zu sich in den Palast holte. Als das Königshaus den Medien Fotos von Herrscher und Hund zur Verfügung stellte, kam das einer Sensation gleich. Fotos aus dem Königshaus und vom Alltag des Monarchen gab es kaum, und die Bürger liebten die Geschichte des Strassenhundes, der jetzt ein königliches Leben führte, dermassen, dass Monarch Bhumibol 2013 ein zweisprachiges Buch herausgab: «Die Geschichte von Tongdaeng». Nur wenige Stunden nach seinem Erscheinen war die gesamte Erstauflage ausverkauft.

«Tongdaeng würde das nie tun»

In seinem Buch beschreibt König Bhumibol die Loyalität, Intelligenz und die guten Manieren des Hundes von der Strasse: «Andere Hunde zeigen ihre Freude, wenn sie den König sehen, indem sie auf seinen Schoss springen und sein Gesicht lecken. Tongdaeng würde das nie tun. Sie bleibt immer niedriger als er. Selbst wenn er sie hochzieht, um sie zu umarmen, springt Tongdaeng schnell wieder auf den Boden und hält ihre Ohren respektvoll nach unten, als ob sie sagen wollte: ‹Ich traue mich nicht, es ist nicht angemessen.› Um Respekt und Loyalität zu zeigen, leckt sie dagegen herzlich und anhaltend seine Hände.»

König Bhumibol sollte noch weitere behinderte, streunende und herrenlose Tiere zu sich holen; und wie Sorasart Wisetsin mit seiner Gluta, folgen seither nicht wenige Thailänder seinem Beispiel.

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