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Glutofenhitze in Australien

Down Under leidet unter einer Rekordhitze. Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius haben zu grossflächigen Wald- und Buschbränden geführt.

Nördlich der Millionenmetropole Sydney waren nach Angaben der Feuerwehr vier Brandherde ausser Kontrolle. Die Flammen schlugen bis zu 20 Meter hoch. In einem Nobelviertel der grössten australischen Stadt mussten mehr als fünfzig Häuser evakuiert werden, wie das staatliche Radio berichtete.

Autos gingen in Flammen auf. Löschhelikopter unterstützten die Feuerwehrkräfte am Boden. Mehrere grosse Ausfallstrassen und sämtliche Wanderwege in benachbarten Nationalparks wurden von den Behörden gesperrt. In Sydney selbst wurden Höchsttemperaturen von 44,7 Grad Celsius gemessen.

Ungünstige Wetterbedingungen

Im Bundesstaat New South Wales waren rund 3000 Feuerwehrleute in höchster Alarmbereitschaft. Meteorologen rechneten mit zunehmend ungünstigeren Witterungsbedingungen. Bauern wurden aufgerufen, die Ernte einzustellen, um Funkenschlag aus Landwirtschaftsmaschinen zu vermeiden.

Im benachbarten Bundesstaat Victoria wurden mindestens fünf Häuser von den Flammen zerstört. Eine Feuerwand von rund dreissig Kilometern länge verwüstete etwa 9000 Hektaren Busch- und Ackerland. Zwei Menschen wurden verletzt.

Zu heiss

Laut staatlichem Wetterdienst könnte das vergangene Jahr das heisseste in der australischen Geschichte seit Aufzeichnungsbeginn der Wetterdaten werden. In den ersten zehn Monaten 2005 lagen die Werte um 1,03 Grad Celsius über dem 30-Jahres-Mittel.

Melbourne erlebte den bislang wärmsten Dezember mit Rekordtemperaturen an Silvester. Das Thermometer zeigte 42,9 Grad Celsius. Der bisherige Jahresendrekord wurde 1862 mit 41,7 Grad Celsius gemessen.

Der Fünfte Kontinent wird praktisch jedes Jahr von Busch- und Waldbränden heimgesucht. Im Januar 2003 starben sieben Menschen, als Feuer vor allem rund um die Hauptstadt Canberra tobten. Damals hatten die Flammen rund 500 Häuser in Schutt und Asche gelegt. (dapd)

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