Aktualisiert 18.04.2014 03:46

Trotz Rückruf-WelleGM profitiert von steigenden Opel-Zahlen

China hilft dem US-Autobauer: Im ersten Quartal lieferte General Motors 2,42 Mio. Fahrzeuge aus. Auch Europa verhalf zu den guten Zahlen – auch dank dem SUV Mokka.

Die Verkaufszahlen von General Motors sind im ersten Quartal trotz vermehrter Rückrufaktionen im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent gestiegen.

Die Verkaufszahlen von General Motors sind im ersten Quartal trotz vermehrter Rückrufaktionen im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent gestiegen.

Trotz der jüngsten Rückruf-Welle hat General Motors seine weltweiten Verkäufe steigern können. Der Opel-Mutterkonzern lieferte im ersten Quartal 2,42 Millionen Fahrzeuge aus, ein Zuwachs von 2 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete das Unternehmen in China. Aber auch mit Europa zeigte sich GM-Präsident Dan Ammann am Donnerstag zufrieden. Hier hätten sich «Opels Verkäufe und der wirtschaftliche Ausblick gleichzeitig gebessert». Das lag unter anderem am kleinen SUV Mokka.

In den juristischen Streit über einen Zündschlossdefekt bei GM könnte nun auch der Autozulieferer Continental hineingezogen werden. In einer am Mittwoch bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereichten Klage wird erstmals eine US-Tochter des deutschen Konzerns genannt.

System fehlerhaft

Hintergrund ist ein Defekt in GM-Fahrzeugen: Stösst der Fahrer etwa an den Zündschalter, geht unter Umständen der Motor aus. Auch Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags funktionieren dann nicht mehr. Der Fehler wird mit 13 Todesfällen in Verbindung gebracht. 2,6 Millionen Fahrzeuge der Opel-Mutter wurden zurückgerufen.

Nach Darstellung der Kläger stellte Continental Airbagsysteme für die zurückgerufenen Autos her. Demnach gehören dazu auch Sensoren, die bestimmen sollen, ob und wann ein Airbag bei einem Unfall aufgeblasen wird. Das System von Continental sei fehlerhaft, weil es sich ausschalte, wenn der Zündschlüssel in andere Position gebracht werde, heisst es in der Klageschrift.

Schon 2005 vom Fehler gewusst

Der Anwalt Adam Levitt erklärte, Continental habe anscheinend bereits im Jahr 2005 von dem Fehler gewusst. Damals habe es ein Treffen mit GM gegeben, um nach einem Unfall zu ermitteln. Continental habe weder seine Airbags überarbeitet noch die zuständige Behörde oder die Öffentlichkeit gewarnt, erklärte der Jurist.

Der Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Eine Sprecherin hatte der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vergangener Woche gesagt, es sei in der Branche weltweit üblich, dass Airbags bei ausgeschalteter Zündung nicht ausgelöst würden.

Continental ist nicht der erste Zulieferer, der von Gerichtsverfahren betroffen ist. Auch der Hersteller des Zündschalters, Delphi Automotive, ist verklagt worden. Viele Kläger werfen GM vor, von dem Problem mehr als ein Jahrzehnt gewusst zu haben. Der Autobauer habe damit Verletzungen in Kauf genommen. Ausserdem hätten sie Verluste erlitten, weil der Wiederverkaufswert der betroffenen Autos gesunken sei. (sda)

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