Gnadenfrist der Lokführer

Aktualisiert

Gnadenfrist der Lokführer

Die Lokführergewerkschaft GDL will nach eigenen Angaben bis zum kommenden Montag nicht streiken.

GDL-Sprecherin Gerda Seibert sagte, zunächst werde die Tarifkommission am Montag über die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn beraten. Die Tarifpartner wollen sich am Freitag treffen. «Wir werden das in Ruhe auswerten, und dann sieht man, wie es weitergeht», sagte Seibert am Mittwochabend.

Die Arbeitsgerichte Düsseldorf und Mainz hatten am Dienstag die Streiks der GDL verboten, weil die Arbeitnehmer-Vertreter nach ihrer Ansicht damit gegen die Friedenspflicht verstossen. Zur Begründung hiess es, die GDL wolle mit den Streiks auch die Änderung ungekündigter Tarifverträge erreichen. Die Gewerkschaft legte am Mittwoch Widerspruch gegen die einstweiligen Verfügungen ein. Das Arbeitsgericht Mainz will schon am Samstag darüber verhandeln.

Die GDL verlangt neben Lohnerhöhungen bis zu 31 Prozent vor allem einen eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal der Bahn. Das Staatsunternehmen lehnt dies strikt ab. Am Montag hatte es im Tarifstreit eine Teileinigung gegeben: Die Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbarten mit dem Bahnvorstand eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent und eine Einmalzahlung von 600 Euro bei einer Laufzeit von 19 Monaten.

Arbeitsniederlegungen stürzten den Bahnverkehr mehrfach ins Chaos. Am Dienstagmorgen war zum Beispiel der Berufsverkehr aller wichtigen Ballungsgebiete betroffen. (dapd)

Deine Meinung