EU-Richtlinien: Gnadenfrist für Feuerwerksprüfung
Aktualisiert

EU-RichtlinienGnadenfrist für Feuerwerksprüfung

Hobby-Feuerwerker können aufatmen: Die Prüfung für das Abbrennen grösserer Feuerwerksartikel wird erst 2013 und nicht schon nächstes Jahr obligatorisch.

Denn der Bund wird nach der Anpassung der Sprengstoffverordnung ans EU-Recht eine dreijährige Übergangsfrist gewähren, wie Recherchen der Nachrichtenagentur AP ergaben. Die Ankündigung im Vorfeld des letzten Nationalfeiertags hatte für rote Köpfe gesorgt. Der damalige Präsident der Schweizerischen Koordinationsstelle Feuerwerk (SFK) stellte in Aussicht, dass ab 2010 für das Abbrennen von Feuerwerken der Kategorie IV ein Kurs besucht und eine Prüfung ablegt werden müsse.

Ganz so schnell ist es mit dem bewilligungsfreien Abfeuern von grossen Raketen und Feuerwerkstöpfen nun aber doch nicht vorbei. Zwar will der Bundesrat die neue Sprengstoffverordnung, mit der sich die Schweiz auf Grund der bilateralen Verträge der Richtlinie 2007/23/EG der EU anpasst, spätestens am 3. Mai 2010 verabschieden und zusammen mit der EU auf Mitte 2010 in Kraft setzen. Bis zum 4. Juli 2013 gelte aber eine Übergangsfrist, in der Feuerwerksartikel der Kategorie IV weiterhin ohne Nachweis der Fachkenntnis gezündet werden dürfen, sagte Eva Zwahlen, Sprecherin des Bundesamts für Polizei (Fedpol) auf Anfrage.

Neue Sprengstoffverordnung

Die Einzelheiten der neuen Sprengstoffverordnung werden zurzeit in einer Arbeitsgruppe vorbereitet. Neben dem SFK und dem Fedpol sind der Sprengverband Schweiz, der Schweizerische Feuerwehrverband und das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) beteiligt. Dabei geht es auch um die Einzelheiten der Kurse, die besucht werden müssen, um zur Prüfung für den künftigen eidgenössischen Fähigkeitsausweis zugelassen zu werden. SFK-Präsident Beda Sartory sagte, ein Testkurs sei noch in diesem Jahr geplant. Im nächsten Frühling sollen die eidgenössisch anerkannten Kurse anlaufen. Über die Dauer und die Kosten dieser Kurse lagen beim Fedpol zunächst keine Informationen vor.

Kurse werden bereits angeboten

Unterdessen bieten Private bereits Fachkurse mit Prüfungen an. Diese würden aber ziemlich sicher von den Behörden nicht anerkannt, hiess es beim SFK. Angesichts der dreijährigen Übergangsfrist rät die Koordinationsstelle zu keiner Eile. Es reiche, wenn Interessierte sich ab Frühling 2010 für einen offiziellen Kurs anmeldeten.

Bei Feuerwerksartikeln der Kategorie IV handelt es sich nicht nur um Feuerwerkskörper, die von professionellen Pyrotechnikern an Grossanlässen zum Einsatz kommen. Auch die so genannten «Töpfe» - Feuerwerkskompositionen die mit einmaligem Anzünden eine ganze Reihe Raketen in den Himmel schiessen - zählen dazu.

Neben den Änderungen für Feuerwerksartikel gibt es im Zuge der Revision der Sprengstoffverordnung auch Neuerungen bei der Herstellung von Sprengstoffen: Die Schweiz übernimmt von der EU die Richtlinie 2008/43/EG, welche ein Verfahren zur Kennzeichnung und Rückverfolgung von Explosivstoffen einführt. Diese Massnahme ist eine direkte Folge der Anschläge von Madrid vom 11. März 2004. Damals habe nur mit Mühe oder gar nicht festgestellt werden können, woher der verwendete Sprengstoff stammte, erinnerte Zwahlen. Diese Änderungen werden voraussichtlich am 5. April 2012 in Kraft treten. (dapd)

Deine Meinung