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Schnee in SchwendiGnadenhof-Dach eingestürzt – «Wir kommen nie richtig zur Ruhe»

Mit einem Post auf Facebook sucht der Gnadenhof Luna in Schwendi im Weisstannental helfende Hände. Der Schnee setzt dem Gnadenhof zu. Es konnte noch nicht nach allen Tieren geschaut werden.

von
Michel Eggimann

Hier siehst du die Schneemassen beim Gnadenhof Luna in Schwendi SG. (Stand Donnerstagmorgen)

Gnadenhof Luna

Darum gehts

  • Der Ostschweizer Gnadenhof Luna braucht Unterstützung.

  • Ein Dach ist durch die Schneemassen eingebrochen.

  • Mit einem Post auf Facebook suchen die Verantwortlichen freiwillige Helfer.

  • Der Gnadenhof bietet Tieren in Not ein neues Zuhause.

«Wir brauchen dringend Hilfe», beginnt ein Facebook-Post des Gnadenhofs Luna vom Donnerstagmorgen. Ein Dach habe unter den Schneemassen bereits nachgegeben. Geführt wird der Gnadenhof in Schwendi SG im Weisstannental von Theresia Seyffert. Sie sagt: «Beim betroffenen Gebäude geht es um ein Panelzelt, das wir als Garage benutzen. Es hat dort teure Maschinen und Anhänger drin.» Das Dach liege auf den Anhängern. Die Schneemassen reichen bis ins Innere der Garage. Das Ausmass des Schadens kann Seyffert noch nicht abschätzen. Es sei noch zu gefährlich ins Zelt zu gehen. Sie habe eine Baufirma aufgeboten, um den vielen Schnee wegzuräumen, selber könnten sie dies nicht machen.

Ein Video zeigt, wie das Gelände des Gnadenhofs voller Schnee ist. Seyffert sagt: «Wir sind seit 6 Uhr morgens hier und räumen den Schnee weg. An vielen Orten kommen wir aber nicht durch.» Man müsse auf die aufgebotene Baufirma warten. Wann die Arbeiter kommen, sei aber unklar. Sie hätten auch sonst viel zu tun.

Gnadenhof Luna

Im Gnadenhof Luna werden Tieren in Not geholfen. Er bietet über 70 Klein- und Grosstieren ein neues Zuhause, in dem die Tiere bis an ihr Lebensende leben können. Im Gegensatz zu einem Tierheim vermittelt der Gnadenhof aufgenommene Tiere nicht weiter. Derzeit gibt es in Schwendi im Weisstannental ein bunt gemischtes Tiervolk von Kühen über Pferde, Schweine, Ziegen, Schafe, Schildkröten, Enten, Hasen sowie bis hin zu exotischen Vögeln.

Tiere vorerst in Sicherheit

Am wichtigsten ist der Chefin des Gnadenhofs das Wohl der Tiere. «Wir konnten noch nicht nach allen Tieren schauen. Soweit ich es einschätzen kann, geht es aber allen gut.» Die Dächer von einsturzgefährdeten Ställen habe man früh am Morgen als erstes vom Schnee befreit. Die Lage bleibe durch den Schneefall aber angespannt. Einer der Ställe, den das Team noch nicht kontrollieren konnte, ist das Zuhause der Kleintiere wie etwa Enten und Hasen. Dazu meint Seyffert: «Im Stall brennt Licht und es hat dort Wärmelampen. Zudem haben die Tiere genügend Futter für einige Tage.»

Unterstützung braucht der Gnadenhof in Schwendi im Weisstannental beim Schneeräumen. Freiwillige sollen sich direkt über Facebook melden. Der Post vom Morgen wurde bis am Mittag über 250 Mal geteilt. Es ist nicht das erste Mal, dass der Ostschweizer Gnadenhof von der Natur hart getroffen wird. 2015 hat eine Schlammlawine das Zuhause von 60 Tieren zerstört. Nur ein Jahr später wurde der Gnadenhof und die Fischzucht nebenan wieder vom Müllibach überschwemmt. Ein weiteres Mal mussten die Verantwortlichen bei Null anfangen und den Gnadenhof wieder aufbauen. Seyffert sagt: «Bei uns ist immer etwas los. Wir kommen nie richtig zur Ruhe.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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