GNTM: «Gisele raus, Schimpanse rein»
Aktualisiert

GNTM: «Gisele raus, Schimpanse rein»

Hat sich die Castingshow «Germany's Next Topmodel» der Tierquälerei schuldig gemacht? Experten geben Auskunft - und das sagen die 20minuten.ch-User dazu.

«Ich fand es nicht schlimm. Schlimm ist nur Gisele. Sie sollte endlich rausgeworfen werden», schreibt ein 20minuten.ch-User. Ein anderer User doppelt nach: «Der Affe hat mehr Sexappeal, läuft besser und heult nicht die ganze Zeit so doof… Raus also mit dieser doofen Nuss».

Anlass für die harten Worte gegen GNTM-Kandidatin Gisele ist ein Mode-Shooting, bei dem es zum Einsatz von Tieren kam – mit dabei unter anderem ein Löwenbaby und ein Schimpanse. Gisele hatte Mitleid mit den Tieren, die in New York in der Kälte stehen mussten und brach das Shooting ab (20minuten.ch berichtete).

«Accessoires für aufgepimpte Weiber»

Doch auch wenn Gisele wegen ihrer weinerlichen Art kritisiert wird, mit ihrem Herz für Tiere konnte sie einige Sympathien gewinnen. «… Gisele ist oft etwas sensibel, doch nun hatte sie recht mit ihrer Reaktion», findet Userin Janine G. Damit ist sie nicht die Einzige. Tiere als «Accessoires für aufgepimpte Weiber» einzusetzen, sei «ignorant und völlig daneben» sagt unter anderem auch Berit S.

Das sagen die Experten

Peter Schlup von der Fachstelle für Wildtiere beim Schweizer Tierschutz STS, spricht gegenüber 20minuten.ch von Effekthascherei. «Was hat ein Löwenbaby mit einem Supermodel zu tun?», fragt er und beantwortet die Frage gleich selbst: «Nichts! Ein solcher Auftritt liegt nicht im Wesen des Wildtieres.» Wenn man schon Tiere für Werbung benützen müsse, dann solle man wenigstens Haustiere nehmen. «Die sind Menschen gewöhnt.»

Zu grosser Stress für Löwenbaby

Monika Schiess-Meier von der Universität Zürich ist Spezialistin für Leoparden und Löwen. Sie möchte sich zwar nicht generell gegen den Einsatz von Tieren in der Werbung aussprechen - es komme immer auf die Situation an, der die Tiere ausgesetzt werden. «Was die Temperatur betrifft, sind Löwen zum Beispiel anpassungsfähig», sagt Schiess-Meier. «Doch eine belebte Einkaufsstrasse ist für ein Löwenbaby ein extremer Stress.»

Verantwortung der Werbebranche fehlt

Zudem sei sich die Werbebranche nicht bewusst, dass viele der Tiere, die sie als Werbeträger benützen, von Aussterben bedroht sind. «Wenn man die Tiere schon für Werbezwecke braucht, sollte man auch Verantwortung übernehmen und etwas für die Erhaltung ihrer Art unternehmen.»

(dre)

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