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Champions LeagueGoalie Hart verhindert Niederlage gegen Real

Nullnummer zwischen Manchester City und Real Madrid: Den Spaniern reicht eine Steigerung in der Schlussphase nicht zum Sieg.

Der Zeitpunkt der Szene und ihr Abschluss sagten mehr als 1000 Worte. Es lief bereits die letzte Minute der ersten Halbzeit, als er doch noch kam: der erste Torschuss. Real Madrids Innenverteidiger Pepe spielte den Ball im Strafraum zurück zu Karim Benzema, und der Franzose schoss – aber meterweit über das Tor. Es war das Ende einer Halbzeit, die zweierlei war: schwach und langweilig.

Langweilig war sie, weil Real Madrid ungewohnt defensiv und vorsichtig auftrat. Oft zogen sich die Spanier mit allen zehn Feldspielern weit in die eigene Platzhälfte zurück und machten, was sonst so gar nicht zum Selbstverständnis dieses gloriosen Clubs passt: Sie stellten die Räume zu, agierten nicht, reagierten nur und versuchten zu verhindern.

Agüero ein Totalausfall

Schwach war sie, weil Manchester City nicht in der Lage war, mit Tempo hinter die gegnerische Abwehr zu kommen. In gemächlichem Rhythmus schoben sich die Engländer den Ball zu, und trotzdem schlichen sich immer wieder unpräzise Pässe und einfache Fehler ein. Im Gegensatz zu Real Madrid kam Manchester City nicht einmal zu einem Schuss, der über das Tor flog. Sergio Agüero, der argentinische Stürmer mit den sieben Toren aus den letzten fünf Meisterschaftsspielen, fand vor der Pause nicht statt.

Die Unterhaltung erreichte auch in der zweiten Hälfte nur tiefste Werte. Manchester City ging bis zuletzt keine Risiken ein. Als Reals Torhüter Keilor Navas bei einem Freistoss von Kevin de Bruyne doch noch eingreifen musste, lief bereits die Nachspielzeit. Die Engländer wurden deshalb auch nicht mit einem Heimsieg belohnt, wie er Wolfsburg gegen Real Madrid in den Viertelfinals gelungen war. Sie wurden aber immerhin auch nicht mit einer Niederlage bestraft, wie es der AS Roma in den Achtelfinals gegen Real nach zwei Konter-Gegentoren geschehen war.

Stars schmerzlich vermisst

Auf den ersten Blick fehlte diesem Spiel alles. Auf den zweiten womöglich aber auch nur zwei Namen: Yaya Touré bei Manchester City und vor allem Cristiano Ronaldo bei Real Madrid. Beide fehlten wegen einer Oberschenkelzerrung. Ohne Touré wurde bei den Engländern ein Spieler vermisst, der im Mittelfeld solide arbeitet und nach vorne Rhythmuswechsel orchestrieren kann. Die beiden Brasilianer Fernando und Fernandinho waren gute Zweikämpfer, ihr Einfluss in der gegnerischen Gefahrenzone blieb aber gering.

Bei Real war Ronaldo selbstredend nicht zu ersetzen. Sein Statthalter Lucas Vázquez tat keinen Stich, dabei hatte er in der Primera División in den letzten vier Partien immerhin dreimal getroffen. Besser machte es Jesé, der nach der Pause den angeschlagenen Benzema ersetzte. Er kam einem Treffer mit einem Kopfball an die Latte sogar ziemlich nahe (71.). Zehn Minuten später schoss Pepe Manchesters Torhüter Joe Hart den Ball nach einem Corner aus kurzer Distanz an die Brust. Um sich den Sieg zu verdienen, reichte die Leistung von Real trotz leichter Steigerung zum Schluss nicht. Aber wenn einem Team am Schluss der Lucky Punch doch noch zuzutrauen war, dann den Spaniern.

Das Beste an diesem Abend war: Er lässt alle Optionen für das Hinspiel kommenden Mittwoch in Madrid offen.

Manchester City - Real Madrid 0:0

50'000 Zuschauer. - SR Cakir (TUR).

Manchester City: Hart; Sagna, Kompany, Otamendi, Clichy; Fernandinho, Fernando; Jesus Navas (77. Sterling), De Bruyne, David Silva (40. Iheanacho); Agüero.

Real Madrid: Keilor Navas; Carvajal, Pepe, Ramos, Marcelo; Modric, Casemiro, Kroos (90. Isco); Bale, Benzema (46. Jese), Lucas Vazquez.

Bemerkungen: Manchester City ohne Yaya Touré und Nasri (beide verletzt), Real Madrid ohne Cristiano Ronaldo (verletzt). 71. Kopfball von Jese an die Latte. Verwarnungen: 24. Pepe (Foul). 37. David Silva (Foul). 92. Carvajal (Foul).

(sda)

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