Aktualisiert 17.03.2004 20:52

Göla, Bacos und eine «Boulevardsau»

BERICHT – «Irgendwie ists ja schon cool, wenn du deine Fresse in der Tagesschau siehst und es sich nicht um ein Fahndungsfoto handelt», freut sich der Pfeuti Marco aus Oppligen im Kanton Bern über seinen Erfolg als Mundart-Rocker Gölä. Das ist eine der substanzielleren Aussagen in diesem Bericht über viereinhalb wüste, wilde Jahre, den Gölä und Manager Tom Metzger eigentlich selbst schreiben wollten. Als dies nicht klappte, haben sie nach eigener Aussage eine «Boulevardsau» als Autor gesucht und schliesslich den Journalisten Dieter Liechti gefunden.

So erfährt man in diesem Buch allerhand über den Rockstar Gölä, über seine Besäufnisse und Puffbesuche und dass Baco ein Bacardi mit Cola ist – alles das halt, was gemeinhin unter Sex & Drugs & Rock'n'Roll läuft. Das ist manchmal lustig, mit der Zeit aber auch ein bisschen bemühend. Natürlich liest man es recht gerne, wenn sich Gölä und seine Kumpels an so gestopften Anlässen wie den World Music Awards in Monte Carlo schlecht aufführen.

Sicherlich staunt man bei der Lektüre noch einmal über des Mundart-Rockers ungewöhnlichen, kometenhaften Aufstieg ganz weit weg von

den Mischlern und Mauschlern in dieser Branche. Und manchmal ist man erstaunt über Göläs Büezerschläue im Umgang mit den gehassten, aber für die Karriere doch notwendigen Medien.

Ganz an sich heran lässt Gölä die Leserschaft jedoch nicht kommen, allzu Persönliches und Intimes wird ausgeblendet.

Wolfgang Bortlik

Dieter Liechti «Gölä – I hätt no viu blöder ta», Orell-Füssli- Verlag, 240 Seiten, 39.80 Franken.

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