Rega: «Gönnerschaft ist in den wilden Jahren nützlich»
Aktualisiert

Rega«Gönnerschaft ist in den wilden Jahren nützlich»

Rega-Chef Ernst Kohler will seinen Luft-Rettungsdienst bei den Jungen bekannter machen.

von
Elisabeth Rizzi
Rega-CEO Ernst Kohler setzt auf die Jugend – unter anderem mit einer Internetplattform. (Bruno Schlatter)

Rega-CEO Ernst Kohler setzt auf die Jugend – unter anderem mit einer Internetplattform. (Bruno Schlatter)

Sie haben 2,2 Millionen Gönner. Wie wichtig sind für Sie Jugendliche und junge Erwachsene?

Ernst Kohler: Wir legen in den nächsten Jahren unser Hauptaugenmerk bezüglich Gönnerschaften auf die Jugend. 18- bis 26-Jährige sollen vermehrt auf die Rega aufmerksam gemacht werden. Ziel ist es, sie im Internet und auf Facebook abzuholen.

Was tun Sie konkret?

Am 20. August startet die Rega zum Beispiel mit der Jugend-Internetplattform www.my­rega.ch. Die Jugend ist auch für die Rega besonders wichtig, weil sie wie in jedem Unternehmen die Zukunft bedeutet. Bis zum 18. Altersjahr sind Jugendliche noch innerhalb der Familiengönnerschaft bei der Rega dabei. Dann läuft die Gönnerschaft aus.

Und weshalb zielen Sie genau auf 18- bis 26-Jährige ab?

Unsere Beobachtungen zeigen, dass junge Menschen sich erst wieder um eine Rega-Gönnerschaft kümmern, wenn sie selbst Verantwortung für ihre eigenen Familien übernehmen oder die jungen wilden Jahre vorbei sind. Doch genau in dieser Zeit von 18 bis 26 Jahren führt man normalerweise ein sehr aktives Leben, reist und erlebt viel. Da kann eine Rega-Gönnerschaft nützlich sein.

Der Ruf wird laut, leichtsinnige, oft junge Unfallverursacher sollten für ihre Rettung selbst bezahlen. Was denken Sie darüber?

Natürlich beobachten wir die Situation laufend. Um Unfällen vorzubeugen, unterstützen wir regelmässig Präventionskampagnen. Aber die Rega richtet nicht, sie rettet.

Der Preisüberwacher bemängelte 2009, die Rega-Tarife seien 30 Prozent zu hoch.

Damit die Rega rund um die Uhr ausrücken kann, müssen die Besatzungen stets bereit sein. Das kostet Geld. Die Frage ist, wer das bezahlen soll. Bei einer Tarifsenkung würden sich die Kosten zu Lasten der Gönner und zugunsten der Versicherer verschieben.

Der Gewinn der Rega ist 2009 um 30 Prozent geschmolzen. Was ist geschehen?

Wir haben für 110 Millionen Franken elf neue Rettungs­helikopter beschafft. Das führte zu hohen Abschreibungen.

Müssen die Gönnerbeiträge jetzt erhöht werden?

Wir wollen die Beiträge von 30 Franken für Einzelgönner so lange wie möglich nicht erhöhen.

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