Gösgen geht wieder in Betrieb
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Gösgen geht wieder in Betrieb

Nach rund dreieinhalbwöchiger Revision kann das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) den Betrieb wieder aufnehmen. Während der Revision wurden neben defekten Brennstäben auch Haarrisse an den Gehäusen der Hauptkühlmittelpumpen entdeckt.

Für den 30. Betriebszyklus wurden 40 von 177 Brennelementen durch Brennelemente aus wiederaufbereitetem Uran ersetzt, wie die Kernkraftwerk Gösgen AG am Dienstag mitteilte. Darunter befanden sich vier Elemente mit je einem defekten Brennstab.

Einer der Brennstabdefekte habe sich durch die höhere Kühlmittelaktivität bereits im vergangenen Jahr angekündigt, heisst es in der Mitteilung. Bei einem Element sei der schadhafte Brennstab entfernt und durch einen Stahlstab ersetzt worden.

Das Brennelement selbst werde weiter verwendet. Die andern drei defekten Elemente würden vorläufig nicht eingesetzt, sondern im Herbst revidiert.

Haarrisse an Hauptkühlmittelpumpen

Abnutzungserscheinungen festgestellt worden seien auch an einem der drei Niederdruckvorwärmer. Zwei der drei Komponenten wurden deshalb ersetzt. Bei den neuen Vorwärmern seien Wärmetauscherrohre, Mantel und Rohrabstützungen aus erosionsbeständigem Werkstoff gefertigt.

Bei den Hauptkühlmittelpumpen wurden die Dichtungssysteme auf den neusten Stand der Technik gebracht. Bei der Kontrolle der massiven Gehäuse wurden feine Oberflächenhaarrisse auf der Innenseite festgestellt. Mit Laboruntersuchungen sollen nun die Ursachen für die Rissbildung ermittelt werden.

Laut KKG besteht die Absicht, die betroffenen Teile in einigen Jahren auszutauschen. Die HSK habe der Inbetriebnahme der Pumpen für den nächsten Produktionszyklus zugestimmt.

Die Hauptkühlmittelpumpen seien zwar für die Verfügbarkeit des Kraftwerkes wichtig, heisst es in der Mitteilung. Sie hätten aber keine sicherheitstechnische Bedeutung für die Beherrschung von Störfällen.

Kunststoffteile im Kühlturm ersetzt

Die aufwendigsten Arbeiten betrafen laut der KKG den Kühlturm. Im Jahre 2005 waren die Eterniteinbauten durch Kunststoff ersetzt worden. Das neue Folienmaterial habe sich jedoch bezüglich Wirkungsgrad und Festigkeit nicht bewährt, hält die KKG fest.

Um einem Versagen der Einbauten vorzubeugen, seien während der Jahresrevision rund 45 Prozent der Folienpakete ersetzt worden. Die restlichen Kühleinheiten würden voraussichtlich in Jahren 2009 und 2010 ausgetauscht.

Zahlreiche Tests

Die Wiederaufnahme des Betriebes werde gegenwärtig mit umfangreichen Funktionsprüfungen vorbereitet, teilte die KKG weiter mit. Nach der Freigabe durch die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) werde die Anlage wieder angefahren.

(sda)

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