Aktualisiert 08.02.2019 09:18

WM-Kombination

Gold-Jagd für Holdener, Training für Suter

Die heutige WM-Kombination ist umstritten, viele Fahrerinnen nutzen sie zu Trainingszwecken. Für die anderen führt der Weg zu Gold über Wendy Holdener.

von
Marcel Rohner

Es ist schon eine Weile her, aber die Folgen von Wendy Holdeners Unfall sind immer noch sichtbar. Ende November bekam sie in Killington eine Slalomstange ins Gesicht, die Wunde musste mit sechs Stichen genäht werden. Auch in Schweden klebt ein Pflaster am Kinn. «Die Narbe ist noch rot, sie soll möglichst gut verheilen», sagt Holdener, «und das Pflaster ist ein guter Sonnenschutz.»

Den brauchte es am Donnerstag, nach eisig kalten Tagen war es beim dritten Abfahrtstraining der Frauen und beim ersten der Männer mit knapp unter null Grad schon fast wohlig warm. Es sind Bedingungen, die Holdener liegen, nur die Österreicherin Stephanie Venier, die ein Tor ausliess, war um neun Hundertstel schneller. «Ich hätte nicht gedacht, dass ich so weit nach vorne komme», sagte Holdener nach ihrer Fahrt. Und das nicht etwa nach einem Slalom, sondern nach einer Abfahrt, der einzigen Disziplin, in der sie nicht am Start stehen wird.

Favoritin Nummer 1

Die Abfahrt aber ist Teil der Kombination vom Freitag (ab 11.30 Uhr im Ticker). Die 25-Jährige ist da als Titelverteidigerin erste Anwärterin auf Gold, auch weil Mikaela Shiffrin verzichtet und die zweitbeste Slalomfahrerin des Winters, Petra Vlhova, zumindest im Training nicht mit Holdener mithalten konnte. «Es fährt nicht nur Petra», sagt diese, «es gibt noch viele andere Athletinnen.» Die Favoritenrolle wird sie mit dieser Aussage nicht los, keine dieser anderen Athletinnen verfügt in beiden Disziplinen über so viel Potenzial wie sie.

Die Abfahrt scheint es Holdener plötzlich angetan zu haben, kurz habe sie sich sogar überlegt, auch am Sonntag dort anzutreten. Sie sagt: «Es wäre schon geil, nochmals zu fahren, aber es liegt gerade nicht drin.» In der Kombinations-Abfahrt darf Holdener dieses Gefühl noch ein letztes Mal an dieser WM erleben. Dann geht es zurück auf die Slalomski.

Für Suter nur ein Training

Anders ist das bei Corinne Suter. Nein, nein, das wolle sie den Zuschauern dann doch nicht antun, sagt sie und lacht. «Ich habe meine Schoner auch nicht dabei, das kann ich jetzt als Ausrede benutzen», wieder ein herzhaftes Lachen. Die Rede ist vom Slalom, Suter ist nach dem Gewinn von Bronze im Super-G guter Laune und wieder ausgeruht. Sie wird als Training für den Sonntag den ersten Teil der Kombination, die Abfahrt, bestreiten.

Ein Entscheid, der viel aussagt über die Wichtigkeit einer WM-Kombination, überhaupt stehen nur 32 Fahrerinnen am Start. Nicht nur für Suter gilt sie als Training für die Königsdisziplin, auch andere wie Lara Gut-Behrami und Lindsey Vonn absolvieren nur den ersten Teil des Rennens.

Die Wetterprognosen versprechen für Freitag bessere Bedingungen als für Samstag, den letzten Trainingstag vor der Abfahrt, eine Absage droht. Sie trainiere lieber einen Tag vor dem Rennen, als eine längere Pause zu haben, sagt Gut-Behrami. Sie wird am Freitag mit der Nummer 2 starten, gleich nach Vonn. Danach ist der Renntag für die beiden vorbei.

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