Filmfestival Cannes: Goldene Palme für Thai-Film
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Filmfestival CannesGoldene Palme für Thai-Film

Der thailändische Film «Uncle Boonmee» hat beim Festival in Cannes die Goldene Palme gewonnen. Juliette Binoche, Javier Bardem und Elio Germano wurden als beste Darsteller geehrt.

Grosse Ehre für den thailändischen Film «Lung Boonmee Raluek Chat» in Cannes. Regisseur Apichatpong Weerasethakul nahm den Preis am Sonntagabend an der südfranzösischen Côte d'Azur gerührt entgegen. Die Ehrung komme ihm fast «unwirklich» vor. Die Goldene Palme zu gewinnen sei für ihn «wie eine Geschichte aus einer anderen Welt», sagte Weerasethakul. Dabei dankte er seinen Eltern, die ihn als Kind mit ins Kino genommen hatten.

Der Thailänder setzte sich im Wettbewerb um die Goldene Palme gegen 18 weitere Filme durch, darunter Arbeiten der britischen Filmemacher Mike Leigh und Ken Loach sowie allein drei Filme aus dem Gastgeberland Frankreich. Vergangenes Jahr war «Das weisse Band» des österreichischen Filmemachers Michael Haneke mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden.

Verlorener Sohn

In Apichatpong Weerasethakuls Film geht es um die Titelfigur Onkel Boonmee, der sich an frühere Leben erinnern kann. Ein verlorener Sohn kehrt als Affengeist zurück, eine tote Frau taucht im Leben ihres Mannes wieder auf.

Apichatpong Weerasethakul dankte «den Geistern in Thailand», die das Team während der Dreharbeiten umgeben hätten. Der Regisseur hatte während des Filmfestes an der französischen Riviera die strenge Zensur in seiner Heimat kritisiert.

Auszeichnung für Binoche

Als beste Schauspielerin wurde Juliette Binoche geehrt, die bei ihrer Rede mit den Tränen kämpfte. Die 46-jährige Französin dankte ihren Eltern und ihren Kindern sowie allen Männern, die es bislang mit ihr «ausgehalten» hätten. «Ich glaube an die Liebe», rief Binoche aus.

Die Französin spielt die Hauptrolle im Wettbewerbsfilm «Copie Conforme»; eine unglückliche Kunsthändlerin. In dem Film des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami geht es um Original und Fälschung und im übertragenen Sinne um die Echtheit von Beziehungen.

Bardem und Germano teilen sich Trophäe

Den Preis für den besten männlichen Schauspieler teilen sich der spanische Darsteller Javier Bardem und sein italienischer Kollege Elio Germano. «Ich teile diese Freude mit meiner Freundin, meiner Liebe Penélope Cruz, die ich so sehr liebe und der ich soviel zu verdanken habe», rief Bardem bei der Preisverleihung aus.

Cruz, die im Publikum sass, warf ihrem Freund daraufhin Küsschen zu. Der 41-jährige Spanier spielt die Hauptrolle im Wettbewerbsfilm «Biutiful».

In dem Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro Gonzalez Inarritu geht es um einen an Krebs erkrankten Vater zweier Kinder, der darum kämpft, die letzten Dinge zu regeln. Germano wurde für seine Rolle in «La Nostra vita» geehrt und widmete den Preis seiner Heimat Italien.

Film aus dem Tschad

Erstmals im Wettbewerb war auch ein Film aus dem Tschad. Regisseur Mahamat-Saleh Haroun wurde für «Un homme qui crie» mit dem Preis der Jury geehrt.

Den Grossen Preis verlieh die Jury - dieses Jahr unter Vorsitz von US-Kultregisseur Tim Burton - dem französischen Filmemacher Xavier Beauvois für «Des hommes et des dieux». Für die beste Regiearbeit zeichnete die Jury den französischen Filmemacher Mathieu Amalric aus. (sda)

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