Aktualisiert 18.08.2011 13:49

ParallelwährungGoldfranken als Notgroschen für die Welt?

Ein Verein will einen offiziellen Schweizer Goldfranken schaffen. Als weltweit einsetzbares Zahlungsmittel soll er den Papierfranken als Fluchtwährung entlasten. Experten sind sich uneinig.

von
Philipp Dreyer
Goldfranken-Initiant Thomas Jacob: «Bestmögliche Alternative zum Chaos eines Währungskollapses.»

Goldfranken-Initiant Thomas Jacob: «Bestmögliche Alternative zum Chaos eines Währungskollapses.»

«Die Goldmünze in kleinen Einheiten ab einem heutigen Wert von fünf Franken gibt dem Gebrauch von Gold völlig neue Perspektiven», ist Initiant Thomas Jacob vom Verein Goldfranken überzeugt. Diese zusätzliche Währung würde auch Kleinanlegern sowohl in sicheren wie unsicheren Zeiten als Geldreserve und unkompliziertes, inflationssicheres Zahlungsmittel zugleich dienen, so Jacob.

«Sie ist die bestmögliche Alternative zum Chaos eines Währungskollapses.» Jacob, der mehrere SVP- und FDP-Politiker im Boot hat und die Linke heftig umwirbt, stösst auch in Bankenkreisen auf Gehör. Daniel Kalt, Chefökonom der UBS: «Kurzfristig brächte das für den hohen Franken zwar keine Entlastung.» Ein Goldfranken könnte aber der Nationalbank den Druck nehmen, immer mehr Geld drucken zu müssen, so Kalt. «Deshalb nehmen wir die Idee vom Goldfranken ernst», sagt Kalt, doch nicht nur das: «Der Goldfranken könnte ein Botschafter für die finanzielle Stabilität der Schweiz werden.»

FDP-Politiker und Mathematiker Christoph Luchsinger vom Verein Goldfranken fügt an: «Der Goldfranken kann den Franken als Fluchtwährung entlasten und dadurch den Kurs stabilisieren.» Bei der politischen Umsetzung sei vor allem wichtig, dass das Projekt breit abgestützt werde.

Gar nicht begeistert ist Wirtschaftsprofessor Walter Wittmann: «Der Goldfranken ist völliger Unsinn.» Bis der Bund diesen bewillige, vergingen drei bis vier Jahre. Dann sei die Superkrise bereits da. Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann pflichtet ihm bei: «Eine Entlastung für den hohen Franken muss in den nächsten Wochen und Monaten kommen. Alles andere nützt nichts.»

Goldfranken als Parallelwährung

Der Goldfranken ist im Grunde Warengeld. Er soll als Parallelwährung zum normalen Franken dienen. Der Wechselkurs des Goldfrankens entspräche dem Marktpreis des Goldes. Eine im März eingereichte parlamentarische SVP-Initiative lautet: «Der Bund schafft einen offiziellen Schweizer Goldfranken mit einem Satz von Münzen mit je fixiertem Gehalt an Gold. Er regelt die Konzessionierung der zu dessen steuerfreien Herausgabe berechtigten Institute.»

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