Aktualisiert 30.08.2012 08:49

Bedrohte Ureinwohner

Goldgräber massakrieren Yanomamis

Sie leben im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Brasilien und sind vom Aussterben bedroht. Jetzt wurde bekannt, dass 80 Yanomamis von Goldschürfern niedergemetzelt wurden.

Durch Rodungen und den Fund von Bodenschätzen sind die Yanomamis in ihrem Lebensraum im Amazonasgebiet bedroht.

Durch Rodungen und den Fund von Bodenschätzen sind die Yanomamis in ihrem Lebensraum im Amazonasgebiet bedroht.

Brasilianische Goldschürfer haben nach Angaben einer Organisation zum Schutz von Ureinwohnern im Süden Venezuelas bis zu 80 Yanomami-Indianer getötet. Der Angriff soll sich am 5. Juli ereignet haben.

Luis Ahiwei von der Horonami Organización Yanomami (HOY) sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, die Garimpeiros genannten Goldschürfer hätten im abgelegenen Momoi-Gebiet an der südlichen Grenze zu Brasilien die Indianer mit einem Helikopter angegriffen und ihr rundes Gemeinschaftshaus angezündet. Die Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Frau von Goldgräbern verschleppt

Nur drei Indianer hätten überlebt, weil sie auf der Jagd gewesen seien. Sie hätten die Leichen gefunden und über das Massaker berichtet. Ahiwei zufolge brach der Konflikt einige Tage zuvor aus, als die Garimpeiros eine Yanomami-Frau verschleppten und die Ureinwohner sie befreiten.

HOY prangerte das Massaker bei der Staatsanwaltschaft, dem Ombudsman und der Armee an und forderte die Behörden in Brasilien und Venezuela zur Bildung einer binationalen Untersuchungskommission auf.

Die Organisation Survival International erklärte, die venezolanischen Behörden müssten die Täter unverzüglich vor Gericht bringen und in der Amazonas-Region ein «Zeichen dafür setzen, dass Mord an Indianern nicht länger ungestraft» bleibe. Die Schürfarbeiten und die Abholzung müssten aufhören, denn sie führten «zwangsläufig zu Massakern an indigenen Kindern, Frauen und Männern».

(sda)

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