Kanton Schwyz: Goldschakal getötet – Anzeige gegen Umweltamt

Aktualisiert

Kanton SchwyzGoldschakal getötet – Anzeige gegen Umweltamt

Vor einer Woche ist ein Goldschakal von einem Wildhüter erlegt worden. Nun wird dem Umweltamt Schwyz sinnlose Tötung vorgeworfen und Anzeige erstattet.

von
pz
Im Dezember 2015 wurde erstmals das Auftreten eines Goldschakals nachgewiesen.

Im Dezember 2015 wurde erstmals das Auftreten eines Goldschakals nachgewiesen.

Keystone

Vor einer Woche wurde der Wildhut gemeldet, dass sich im Bezirk Einsiedeln ein abgemagerter Fuchs aufhalte. Dieser konnte sich vor Schwäche kaum noch bewegen. Der Wildhüter erlegte das Tier in der Folge – es war aber kein Fuchs, sondern ein seltener Goldschakal. Es sei die erste bestätigte Sichtung eines solchen Tieres im Kanton Schwyz, teilte das Umweltdepartement mit.

Die Tierschutzorganisation «Wild beim Wild» erstattet nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Schwyz gegen das Umweltamt Schwyz wegen des Verdachts auf Verstoss gegen das Tierschutz- und Jagdgesetz. Dies geht aus einer Mitteilung vom Donnerstag hervor.

Wildhüter hätte Tier zum Tierarzt bringen sollen

Die Tierschützer werfen dem Wildhüter vor, das geschossene Tier vorgängig nicht richtig angesprochen beziehungsweise identifiziert zu haben, was ein gravierender Verstoss gegen das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel sei. Der Wildhüter hätte beim geschützten Goldschakal ohne Bewilligung nicht tötend eingreifen dürfen. So habe der Wildhüter das Tier vernachlässigt, indem er es nicht zum Tierarzt oder zu einer Auffangstation gebracht hat.

Laut «Wild am Wild» hat das Umweltamt bedrohte Tierarten zu schützen und die Arterhaltung zu sichern.

«Der Wildhüter hat richtig reagiert»

Gemäss Angaben des Schwyzer Amts für Natur, Jagd und Fischerei verlief die Tötung des Tieres rechtmässig. Amtsvorsteher Thomas Fuchs wehrt sich gegen die Vorwürfe der Tierschutzorganisation: «Der Wildhüter hat richtig reagiert. Das Tier war völlig abgemagert und nicht mehr im Stande sich zu bewegen.»

Goldschakale stammen aus dem Nahen Osten und verbreiten sich seit Jahren Richtung Westen aus. Sie sind grösser als Füchse und kleiner als Wölfe. In der Schweiz wurden 2011 in der Nordwestschweiz und 2015 in Graubünden je ein Tier mit Fotofallen nachgewiesen. Im Winter wurde in Graubünden ein Goldschakal versehentlich von einem Jäger getötet.

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