Syrien-Krise: Golfstaaten schliessen Botschaften
Aktualisiert

Syrien-KriseGolfstaaten schliessen Botschaften

Sechs Länder des Golf-Kooperationsrates werden ihre Botschaften in Syrien schliessen. Sie protestieren damit gegen die anhaltende Gewalt.

Bei einer Kundgebung gegen das Assad-Regime in Nizza simulieren Demonstranten die Gewalt in Syrien.

Bei einer Kundgebung gegen das Assad-Regime in Nizza simulieren Demonstranten die Gewalt in Syrien.

Aus Protest gegen die Gewalt gegen Regierungsgegner und die Bevölkerung in Syrien haben die sechs arabischen Golfmonarchien die Schliessung ihrer Botschaften in Damaskus beschlossen.

In einer am Freitag in Riad verbreiteten Erklärung des Golf- Kooperationsrates begründete dessen Generalsekretär Abdellatif al-Sajani die Massnahme mit dem brutalen Vorgehen der syrischen Führung gegen die Bevölkerung.

Das syrische Regime massakriere sein Volk, wähle die militärische Option und weise alle auf eine Lösung der Krise gerichteten Initiativen zurück, hiess es in der Erklärung.

Al-Sajani forderte die internationale Gemeinschaft zudem auf, unverzüglich und entschlossen zu handeln, um «dem Töten und den Massakern in Syrien» ein Ende zu bereiten.

Bereits vor der kollektiven Entscheidung des Golf- Kooperationsrates hatten zwei seiner Mitglieder, Saudi-Arabien und Bahrain, die Schliessung ihrer Botschaften in Syrien angekündigt. Weitere Mitgliedsstaaten der Organisation sind Oman, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Kofi Annan unterrichtet UNO-Sicherheitsrat

Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan soll dem UNO-Sicherheitsrat heute (Freitag) seine mit Spannung erwartete Einschätzung der Lage in dem umkämpften Land vortragen. Annan soll dabei erläutern, wie die Krise aus seiner Sicht gelöst werden könnte.

Er soll den Mitgliedern des Gremiums per Videoschaltung hinter verschlossenen Türen unter anderem über seine beiden Gespräche mit Syriens Präsident Baschar al-Assad vom vergangenen Wochenende berichten. Annan hatte Assad mehrere Vorschläge für ein rasches Ende des Blutvergiessens in Syrien unterbreitet, machte bislang aber keine Angaben zu dessen Reaktionen darauf.

Diplomaten zufolge ist die Beurteilung des früheren UNO-Generalsekretärs entscheidend für einen erneuten Anlauf der USA und ihrer Verbündeten, Russland und China auf ihre Seite zu ziehen und das Vorgehen der Regierung in Damaskus zu verurteilen.

In dem seit einem Jahr andauernden Konflikt wurden nach UNO- Angaben bereits mehr als 8000 Menschen getötet, Menschenrechtsaktivisten gehen von höheren Zahlen aus.

(sda)

Deine Meinung