Seilbahn-Vorfall in Laax GR – Gondel überladen – Maschinist berechnete Materialgewicht falsch
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Seilbahn-Vorfall in Laax GRGondel überladen – Maschinist berechnete Materialgewicht falsch

Nach dem Seilbahn-Vorfall in Laax GR liegen nun erste Ergebnisse einer internen Untersuchung vor. Sie zeigt, dass eine Reihe von Fehlern zu dem Ereignis geführt haben.

von
Katja Fässler
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In Laax GR kam es am 5. Januar zu einem Zwischenfall mit einer Seilbahn. Wegen einer angehängten Last hing  die Gondel während der Fahrt durch.

In Laax GR kam es am 5. Januar zu einem Zwischenfall mit einer Seilbahn. Wegen einer angehängten Last hing die Gondel während der Fahrt durch.

Nicholas Illiano
«Die Gondel war entweder überladen oder das Seil war nicht richtig gespannt», sagte damals ein News-Scout.

«Die Gondel war entweder überladen oder das Seil war nicht richtig gespannt», sagte damals ein News-Scout.

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«Die Gondel ist nach hinten gekippt und viele Insassen sind nach vorne gefallen», schilderte ein News-Scout die Situation. Eine Passagierin verletzte sich leicht am Finger.

«Die Gondel ist nach hinten gekippt und viele Insassen sind nach vorne gefallen», schilderte ein News-Scout die Situation. Eine Passagierin verletzte sich leicht am Finger.

Philipp Ruggli

Darum gehts

  • Nach dem Seilbahn-Vorfall am Crap Sogn Gion in Laax, liegen nun interne Untersuchungsergebnisse vor.

  • Verschiedene Faktoren führten zu einer Überladung der Gondel, weshalb diese durchhing.

  • In Folge einer Notbremsung stürzten mehrere Passagiere, eine Frau wurde leicht verletzt.

Es war ein Schockmoment am 5. Januar 2022 für Passagiere einer Gondelbahn in Laax GR: Plötzlich streifte die angehängte Last auf dem Weg zum Crap Sogn Gion einige Baumkronen und touchierte den Boden. Der Gondelführer betätigte die Notbremse, worauf einige Passagiere stürzten und eine Frau sich am Finger verletzte.

Nun liegen die vorläufigen Ergebnisse einer internen Durchsuchung, die der NZZ zugespielt wurde, vor. Demzufolge passierten gleich mehrere Fehler. Zunächst war die Lastmesseinrichtung in der Aufhängung der Gondel defekt. Diese gibt an, wenn eine Gondel zu schwer beladen ist. Für reine Personentransporte ist ein solches Messgerät nicht vorgeschrieben, weshalb man sich im Dezember dazu entschied, es auszuschalten. Demzufolge hätte der zuständige Techniker ein Verbot für Unterlastentransporte für diese Gondel aussprechen müssen, was er aber nicht tat. So kam es, dass die Bahn für den Transport von tonnenweise Material für das Laax Open, einen der grössten Snowboard-Events in Europa, genutzt wurde.

Gondelführer reagierte zu spät

Beim Beladen der an der Gondel angehängten Lasteinrichtung passierte dann ein Berechnungsfehler durch den Maschinisten. Die Beladungsgrenze liegt bei zehn Tonnen mit einer Toleranz zur Überschreitung von zehn Prozent bis ein funktionierendes Lastmesssystem die Fahrt verhindern würde, wie es im Bericht weiter heisst. Mit Unterladung schlägt das System bereits bei 7,5 Tonnen Alarm.

Mit dem Material und den 35 Passagieren betrug das Gewicht der Seilbahn letztendlich 10,4 Tonnen und hing somit stärker durch. Zuletzt hätte der Gondelführer die Fahrt bereits abbrechen sollen, nachdem die Last die Bäume streifte. Er tat dies aber erst, als das Frachtgerüst über mehrere Meter den Schnee berührte. Man habe die Gondel im Anschluss an den Vorfall ausreichend überprüft.

Das Erlebnis war für die Betroffenen zwar unangenehm, eine echte Gefahr soll aber nicht bestanden haben, so das Fazit der internen Untersuchung. Dass eine solche bereits stattgefunden habe, sei wichtig und richtig, heisst es seitens der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST auf Anfrage von 20 Minuten. Sie klärt den Vorfall als unabhängige Instanz ab. Wann die Ergebnisse vorliegen, ist noch unklar.

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