Gelernter Verteidiger: Gonzalez stürmt für Aarau - zum Ärger von YB

Aktualisiert

Gelernter VerteidigerGonzalez stürmt für Aarau - zum Ärger von YB

Alexander Gonzalez ist eigentlich Verteidiger. Aarau-Trainer René Weiler setzt die YB-Leihgabe aber als Stürmer ein. Das passt den Bernern nicht in den Kram.

von
Peter Berger

Aaraus Trainer René Weiler ist erfinderisch. Er setzte den Rechtsverteidiger Alexander Gonzalez zuletzt gegen GC (2:4) und Thun (2:2) als Stürmer ein. «In Thun war er während 60 Minuten unser gefährlichster Spieler», lobt Weiler.

Aber warum stürmt der Verteidiger plötzlich? «Als wir ihn im Sommer von YB ausgeliehen haben, war mir klar, dass er sich defensiv verbessern muss», sagt Weiler. «Die Frage war bloss: Schafft er das innert nützlicher Frist?» Die Antwort hat Weiler mit dem Positionswechsel gegeben. Und Gonzalez, der bereits 16 Länderspiele für Venezuela absolviert hat, überzeugt als Stürmer. Der 21-jährige Südamerikaner sorgte am Sonntag in der Thuner Abwehr für Aufregung.

Bickel: «Wollen ihn als Verteidiger sehen»

Das gefällt zwar Aarau, aber nicht YB. «Wir verfolgen das nicht mit Freudensprüngen», erklärt Fredy Bickel. Der YB-Sportchef verheimlicht nicht, dass ihn Weilers Massnahme ärgert. «Das ist keineswegs in unserem Sinne. Wir haben Gonzalez als Rechtsverteidiger ausgeliehen, um ihn auf dieser Position spielen zu sehen.» Schliesslich möchten die Berner den Spieler nächsten Sommer zurück, aber als defensiv verbesserten Verteidiger.

Bei Aarau kann Gonzalez im Moment indes seine Offensivgelüste ausleben. Er war im Januar 2012 zu YB gekommen und hatte danach mit seinem unbändigen Offensivdrang bereits die Nerven des damaligen Trainers Christian Gross strapaziert. Unter Nachfolger Martin Rueda kam Gonzalez anschliessend vereinzelt als Mittelfeldspieler zum Einsatz. Weiler hat ihn nun ganz nach vorn beordert. Zum Ärger von Bickel: «Wie gesagt: Wir sind darüber nicht glücklich. Aber ich diktiere Weiler bestimmt nicht die Aufstellung.»

Deine Meinung