Trauerfeier: «Goodbye, great Champion»
Aktualisiert

Trauerfeier«Goodbye, great Champion»

Der Mann mit der roten Kappe hat seinen letzten Weg angetreten. Tausende Fans und Freunde verabschieden sich in Wien von Niki Lauda.

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An einer Trauerfeier wird am Mittwoch, 29. Mai 2019 der Formel-1-Legende Niki Lauda im Stephansdom in Wien gedacht.

An einer Trauerfeier wird am Mittwoch, 29. Mai 2019 der Formel-1-Legende Niki Lauda im Stephansdom in Wien gedacht.

Georg Hochmuth
Lukas Lauda (r.) nimmt Abschied von seinem Vater.

Lukas Lauda (r.) nimmt Abschied von seinem Vater.

epa/Michael Gruber
Priester Toni Faber segnet Laudas Sarg.

Priester Toni Faber segnet Laudas Sarg.

epa/Michael Gruber

Die ersten Fans standen schon um 7 Uhr im strömenden Regen am Wiener Stephansdom. Wenig später war die Schlange der Menschen, die Niki Lauda die letzte Ehre erweisen wollten, mehr als 200 Meter lang. Lauda war in Österreich ein Nationalheld, wurde «Niki Nazionale» genannt – und erhielt nun wenige Tage nach seinem Tod eine ganz besondere Ehre: Als erster Sportler überhaupt wurde der ehemalige Rennfahrer und Luftfahrtunternehmer im Stephansdom für die Fans im geschlossenen Sarg öffentlich aufgebahrt.

Auf der gefühlvoll gestalteten Trauerfeier gedachten viele Prominente der Formel-1-Legende: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, die Ex-Rennfahrer Nico Rosberg, Alain Prost, Gerhard Berger, Marc Webber und David Coulthard, Motorsport-Weltverbandschef Jean Todt, Ferrari-Grande Luca di Montezemolo, Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, die Schauspieler Arnold Schwarzenegger und Daniel Brühl sowie Ex-Kanzler Sebastian Kurz waren unter den Trauergästen. «Er hat uns gezeigt, wie weit ein Mensch es bringen kann», sagte Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen dabei über Lauda. «Goodbye, great Champion.»

Emotionale Reden

Das bewegte Leben von Niki Lauda

Der österreichische Rennfahrer ist im Alter von 70 Jahren im Zürcher Universitätsspital verstorben. (Video: Reuters, Youtube)

Kurz erzählte in seiner Rede von der ersten Begegnung mit Lauda, der er aufgeregt entgegengefiebert habe. «Niki Lauda war einfach in allen Lebensbereichen einer, der früher da ist und gleichzeitig schneller am Ziel», sagte der 32-Jährige. Besonders emotional war die Rede des österreichischen Rennfahrer-Kollegen Gerhard Berger, der sichtlich ergriffen Anekdoten über die aus seiner Sicht uneitle, geradlinige und auch sehr direkte Motorsport-Legende erzählte: «Niki, ich würde lieber mit dir persönlich sprechen als über dich.»

Tausende Menschen nehmen Abschied von Niki Lauda

Der Rennfahrer wurde im Wiener Stephansdom aufgebahrt. Am Nachmittag ehrten rund 300 Persönlichkeiten aus Sport, Musik und Politik den Rennfahrer. (Video: Tamedia)

Rund 300 Persönlichkeiten aus Sport, Musik und Politik ehrten den Rennfahrer.

Dompfarrer Toni Faber, der die Trauerzeremonie leitete und Lauda als Freund bezeichnete, lobte den Toten als «unprätentiösen, bescheidenen, strahlenden Stern am Rennfahrer-Himmel». «Wie ich selbst einmal persönlich krank war und er mich gesehen hat, mit etwas gelbem Gesicht, da war er liebevoll, empathisch, fast wie ein Seelsorger zu mir. Das werde ich ihm immer danken», sagte Faber am Morgen vor der Trauerfeier, bei der unter anderem «Amazing Grace» und der Tracy-Chapman-Song «Fast Car» gespielt wurden.

«Lieber Gott, pass gut auf Niki auf»

Auch die Fans fanden am Mittwoch viele lobende Worte über den 1949 geborenen Österreicher, der als Rennfahrer für seine Akribie bekannt war. «Er war ein Stehaufmanderl. Den hat nichts umgebracht. Er war Mister 120 Prozent», sagte Michael, ein ehemaliger Mitarbeiter von Laudas erster Fluglinie Lauda Air. «Lauda war wohl der Erste, der wusste, dass man erst einmal das Auto richtig herrichten muss, um zu gewinnen», meinte Stephan Hurka, der um 7.15 Uhr als einer der ersten seinen Platz vor dem Eingangstor zum Dom bezog, um an Laudas Sarg vorbeigehen zu dürfen. «Niki war Österreicher und Wiener. Natürlich ist er da mit seinen Erfolgen ein Nationalheld.»

Nach der Trauerfeier im Stephansdom geleiteten unter anderen die Rennfahrer Rosberg, Hamilton, Prost und Valtteri Bottas Laudas Sarg nach draussen, ehe «Niki Nazionale» seine letzte Reise antrat. Das Ziel blieb dabei bis zuletzt geheim, das Angebot für ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof lehnte die Familie ab. In einer der Fürbitten gab es bereits einen guten Tipp: «Lieber Gott, pass gut auf Niki auf. Aber gib acht, er war immer schon der Schnellste.»

(20 Minuten)

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