Google bietet Yahoo Hilfe an

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Google bietet Yahoo Hilfe an

Internetgigant Google mischt sich weiter in den milliardenschweren Übernahmepoker um Konkurrent Yahoo ein: Google-Chef Eric Schmidt bot dem Übernahmekandidat seine Unterstützung gegen Microsoft an.

Eine Gegenofferte zu dem Microsoft-Angebot von rund 45 Milliarden Dollar habe Schmidt zwar nicht angedeutet, möglicherweise aber die Unterstützung für einen anderen Bieter sowie eine Partnerschaft mit Yahoo bei der lukrativen Werbung im Internet, zitierte das Blatt nicht näher genannte Insider. Wie sehr die Microsoft-Offerte das führende Internetportal aufgeschreckt hat, zeigt eine Online-Veröffentlichung von Google-Topjurist David Drummond (siehe Artikel in der Kontext-Box).

Yahoo spielt unterdessen auf Zeit. Das Unternehmen hatte am Wochenende erklärt, man werde alle strategische Optionen prüfen. Dabei will Yahoo auch die Chancen ausloten, eigenständig zu bleiben. Der Internet-Pionier gilt seit einiger Zeit als Übernahmekandidat. Das Unternehmen war zwar bald nach der Gründung durch Yang und seinen Kommilitonen David Filo im Jahr 1995 die Nummer eins im Internet. Inzwischen aber ist Yahoo bei den Werbeeinnahmen längst von Google überholt. Google nimmt in zwei Monaten so viel Geld ein wie Yahoo in einem ganzen Jahr.

Analysten gehen allerdings davon aus, dass Yahoo die Offerte von Microsoft letztlich kaum ablehnen kann. Der Kurs der Yahoo-Aktie war zuletzt auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen, der Gewinn des Unternehmens geht seit Ende 2006 beständig zurück. Die Microsoft-Offerte vom vergangenen Freitag bedeutet für die Yahoo-Aktionäre einen Aufschlag von 62 Prozent auf den Schlusskurs vom Vortag. Auch ein sogenannter weisser Ritter scheint derzeit nicht in Sicht. Laut «Wall Street Journal» planen weder AT&T, der Medienkonzern Time Warner noch Rupert Murdochs New Group derzeit ein Gegenangebot. (dapd)

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