19.06.2020 19:35

32 Millionen Downloads

Google-Chrome-Erweiterungen spionieren User aus

Rund 111 Erweiterungen für den Internet-Browser von Google wurden für Spionage-Zwecke verwendet. Gesammelt wurden Passwörter, Screenshots und Login-Daten.

von
Dominique Zeier
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111 Google Chrome-Erweiterungen wurden für Spionage-Zwecke verwendet.

111 Google Chrome-Erweiterungen wurden für Spionage-Zwecke verwendet.

Getty Images
Sie sammelten Daten wie Passwörter, Screenshots oder Logins.

Sie sammelten Daten wie Passwörter, Screenshots oder Logins.

KEYSTONE
Die User bekamen davon nichts mit.

Die User bekamen davon nichts mit.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Mehr als 100 Erweiterungen für den Internet-Browser Chrome haben ihre Nutzer ausspioniert.
  • Entdeckt hat das die Firma Awake Security.
  • Gesammelt wurden Passwörter, Screenshots und Login-Daten.
  • Die Erweiterungen wurden mittlerweile von Google entfernt.

Browser-Erweiterungen sind eigentlich dazu da, das Nutzer-Erlebnis zu verbessern oder zusätzliche Funktionen im Internet-Browser freizuschalten. Rund 111 Erweiterungen für den Google-Browser Chrome haben allerdings noch mehr Arbeit geleistet, als es seinen Nutzern lieb oder auch nur bekannt war, wie eine neue Studie zeigt.

Der Bericht wurde von der Cybersecurity-Firma Awake Security verfasst. Daraus geht hervor, dass gewisse Chrome-Erweiterungen, die rund 32 Millionen Mal heruntergeladen wurden, Informationen wie Passwörter, Screenshots oder Login-Daten ihrer Nutzer unbemerkt gespeichert haben. Einige dieser Erweiterungen wurden im Finanz- oder Gesundheitssektor verwendet.

Google hat gegenüber CNN bestätigt, dass die betroffenen Erweiterungen mittlerweile entfernt worden sind. «Wir schätzen die Arbeit der Sicherheits-Community, und wenn wir darauf aufmerksam gemacht werden, dass gewisse Erweiterungen unserer Police widersprechen, werden wir aktiv. Wir sehen das auch als Training für unsere automatisierten und manuellen Prozesse.» Man führe bei Google ausserdem selbst regelmässig Sicherheitschecks durch, was Erweiterungen angehe.

Eine Firma steckt dahinter

Awake Security konnte alle kompromittierenden Erweiterungen auf eine einzige Firma zurückführen. Es handelt sich dabei um Galcomm, ein Webhosting-Unternehmen aus Israel, das von sich selbst behauptet, 250’000 Browser-Domains zu verwalten. Die Firma weist die Vorwürfe gegenüber Reuters allerdings vehement von sich. «Galcomm trägt keine Mitschuld, was bösartige Aktivitäten angeht», heisst es in einem Statement.

Es ist nicht das erste Mal, dass Chrome-Erweiterungen in einen Spionageskandal verwickelt wurden. Bereits im Februar dieses Jahres wurden einige dieser Erweiterungen mit Cyberattacken in Verbindung gebracht. Laut einem Google-Sprecher habe man bereits Schritte unternommen, um die Sicherheit der Nutzer, was Chrome-Erweiterungen angeht, zu verbessern.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bis du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishingattacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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40 Kommentare
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Wingmaker

20.06.2020, 14:12

Jaja, die Zeit ist gekommen. Jetzt kommt immer mehr ans Tageslich. Kindesmissbrauchs-Skandal, Korruption, und und und ... Als Aluhüte und Verschwörungstheoretiker haben sie und die ganze Zeit beschimpft. Tja, tja... jetzt kommen aber auch die Schlafschafe so langsam auf die Welt und erwachen hoffentlich aus ihrem Tiefschlaf. Ich hol schon mal das Popkorn raus.

Cicero

20.06.2020, 12:57

Mir egal. Ist sowieso auf all meinen Geräten deaktiviert.

Blockchain

20.06.2020, 10:17

Ein weiterer Grund sich mit Blockchain Technologie zu befassen. Das könnte die Mächtigen ein wenig entmachten... Dezentralität wäre eine Lösung.