Aktualisiert 25.05.2010 10:08

Entwicklerkonferenz I/O

Google eröffnet Web Store

Google hat die Idee hinter Apples App Stores adaptiert und will die erste Anlaufstelle für webbasierte Programme auf PCs werden.

von
mbu
Google Chrome Web Store: Offener Marktplatz für Web-Applikationen.

Google Chrome Web Store: Offener Marktplatz für Web-Applikationen.

An der hauseigenen Entwicklerkonferenz (19. und 20. Mai) in San Francisco wurden gestern einige Neuerungen vorgestellt. Zu den interessantesten Errungenschaften gehört sicher der «Google Chrome Web Store». Dabei handelt es sich um einen offenen Marktplatz für Web-Applikationen. Drittentwickler können darüber ihre Programme an die Kundschaft bringen. Am Beispiel von Sports Illustrated wurde gezeigt, wie attraktiv Medienprodukte mit Hilfe von HTML5 dargestellt werden können.

Auch Spiele wird man im Chrome Web Store finden, an der Präsentation wurde mit «Plants vs. Zombies» schon einmal ein Klassiker gezeigt. Wie man es schon vom App Store kennt, werden auch im Chrome Web Store nicht alle Webapplikationen kostenlos sein. Hierfür soll ein entsprechendes Bezahlsystem integriert werden. Kurz zu sehen, was ebenfalls ein Musik-Icon, so dass davon auszugehen ist, dass Google Apples iTunes Store angreifen möchte. Details sickerten bislang noch nicht durch. Google scheint ausserdem Simplify Media gekauft zu haben. Dank Technologie des Unternehmens kann man Musik, Videos, Fotos auf verschiedene Endgeräte streamen. Wie der Technologie-Blog TechCrunch nun berichtet, kündigte Googles Vice President Vic Gundotra an, Simplifys Software in einer Desktop-Applikation zu nutzen.

Auch eine Konkurrenz zu Apples jüngst präsentiertem Werbeangebot iAd stellte Google vor. Klickt der Nutzer auf vergrösserbare Banner, die an einem kleinen Pfeil zu erkennen sind, wird ihm beispielsweise eine Werbevideo gezeigt. Ausserdem soll Google Maps integriert werden, so dass man den Weg zu einem Geschäft leichter finden kann. Auch die Anzeige kleiner Telefonhörer soll möglich sein, um den Werbenden direkt anrufen zu können. Darüber hinaus sollen Trailer, ein Mini-Game oder Bilderstrecken angezeigt werden können.

Eigenen Angaben zufolge surfen rund 70 Millionen User mit dem Chrome Browser im Internet. Vorerst wird der angekündigte Web Store nur mit dem Google-Browser nutzbar sein. Evtl. wird er aber zu einem späteren Zeitpunkt für andere Browser, die HTML5 unterstützen, geöffnet. Noch in diesem Jahr soll der Web Store unter der Webadresse: chrome.google.com/webstore an den Start gehen.

Sports Illustrated in HTML5

(Quelle: YouTube)

WebM und Wave

Ebenfalls gestern wurde mit WebM ein neues Open-Source-Videoformat vorgestelllt. Es ist komplett kostenfrei und wird auch von Mozilla und Opera unterstützt. Auch der Internet Explorer 9 von Microsoft soll in der Lage sein, das WebM-Format wiedergeben zu können. Damit wird auch der Videocodec VP8 kostenlos bereitgestellt. Sowohl Mozilla, wie auch Firefox haben eine erste Testversion veröffentlicht, mit der WebM unterstützt wird. Zudem wurde bekannt, dass Googles Kommunikationsdienst Wave ab sofort auch ohne Einladung genutzt werden kann. Dafür braucht man sich nur mit seinem persönlichen Google-Account anzumelden. Damit lassen sich etwa Dokumente von mehreren Personen gemeinsam bearbeiten, ohne dass unzählige E-Mails verschickt werden müssen. Für Wave stehen auch Plugins bereit.

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