Street-View-Update: Google hat die Schweiz jetzt fast lückenlos erfasst
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Street-View-UpdateGoogle hat die Schweiz jetzt fast lückenlos erfasst

Google spendiert Street View ein Mega-Update für die Schweiz: Der 3-D-Kartendienst verfügt jetzt über zehn Mal mehr Bilder als zuvor.

von
pst

Mit Street View auf Erkundungstour: Google hat am Dienstag zahlreiche neue Schweizer Orte und Sehenswürdigkeiten aufgeschaltet. (Video: Lorenz von Meiss/20 Minuten/Google)

Per Mausklick durch Zermatt flanieren, zur Monte-Rosa-Hütte aufsteigen oder das Forschungszentrum Cern besichtigen: All dies ist jetzt möglich. Google hat am Dienstag neue Street-View-Bilder aus der Schweiz veröffentlicht – so endlich auch den Prime Tower in Zürich. Der neue Datensatz ist rund zehn Mal so gross wie zuvor, heisst es in einer Medienmitteilung von Google. Auf Street View kann man jetzt praktisch das gesamte Schweizer Strassennetz erkunden.

Auch weitere Sehenswürdigkeiten können nun besichtigt werden. So sind etwa die Wanderwege rund um den San Salvatore im Tessin, die Altstadt von Genf oder das Basler Münster erfasst. Und neben dem wohl berühmtesten Berg des Landes, dem Matterhorn, kann nun auch das Dorf Zermatt virtuell begangen und begutachtet werden.

Die neuen Aufnahmen erfreuen die Tourismusdirektoren. «Street View sehen wir als Geschenk für den Schweizer Tourismus», wird Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, in der Mitteilung zitiert. Es sei eine fantastische Möglichkeit, die landschaftlichen und kulturellen Schönheiten der Schweiz zu zeigen.

Datenschützer sind weniger entzückt

Das heute veröffentlichte Update von Street View ist das vorläufige Ende eines für den US-Konzern aufwendigen Bebilderungs-Prozess, dem mit einem Bundesgerichtsentscheid 2012 einige Steine in den Weg gelegt worden waren. Im Jahr 2009 hatte der oberste Schweizer Datenschützer Google wegen der Verletzung des Datenschutzes eingeklagt und teilweise Recht bekommen.

Drei Jahre später urteilte das Bundesgericht, dass Google die Schweiz aus Datenschutzgründen nicht zu 100 Prozent in digitalen Bildern erfassen darf. So wurde es dem Unternehmen beispielsweise untersagt, Personen vor heiklen Gebäuden wie etwa Gefängnissen abzubilden. Zudem wurde Google auferlegt, die Öffentlichkeit online darüber zu informieren, wann und wo die Street-View-Fahrzeuge mit ihren Kameras unterwegs sind. Auch die Veröffentlichung neuer Aufnahmen muss Google seit 2012 vorher kommunizieren.

So kam es, dass Google zahlreiche Aufnahmen im Nachhinein verändern und darauf zu sehende Personen unkenntlich machen musste. Ein mühsames und langwieriges Unterfangen, da es bisher keine Möglichkeit gibt, Objekte oder Menschen automatisch zu retuschieren beziehungsweise sie unkenntlich zu machen.

Fehltritte sind programmiert

Dass die Google-Mobile auf ihren Kamera-Fahrten auch ungewollt Aufnahmen von skurrilen, witzigen oder im schlimmeren Fall kompromittierenden Situationen machen, liegt auf der Hand. So tauchten in der Vergangenheit im Netz immer wieder Bilder sogenannter «Street View Fails» auf, wobei Bilder von (unfreiwillig) entblössten Hintern noch die harmlosesten waren.

Haben auch Sie schon skurrile oder witzige «Street View Fails» gefunden? Schicken Sie uns den entsprechenden Screenshot oder den Link an feedback@20minuten.ch (pst/sda)

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