Auf einen Blick – Google hilft dabei, das CO2-neutralste Flugzeug zu finden
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Auf einen BlickGoogle hilft dabei, das CO2-neutralste Flugzeug zu finden

Fliegen trägt bedeutend zur globalen Erwärmung bei. Dank einer Zusammenarbeit zwischen Google und der ETH Zürich können Reisende jetzt aber klimabewusster fliegen.

von
Dominique Zeier
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Allein im Jahr 2019 sorgte der Flugverkehr für 915 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.

Allein im Jahr 2019 sorgte der Flugverkehr für 915 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.

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Google möchte nun dabei helfen, diese massiv hohe Zahl zu senken.

Google möchte nun dabei helfen, diese massiv hohe Zahl zu senken.

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So kann man bei Google-Flügen verschiedene Flugreisen nun nach Emissionen sortieren.

So kann man bei Google-Flügen verschiedene Flugreisen nun nach Emissionen sortieren.

Swiss International Air Lines

Darum gehts

  • Flugreisen führen zu viel CO2-Emissionen.

  • Google hilft neu dabei, klimabewusster zu reisen.

  • So kann man bei Google-Flügen neu Flüge nach CO2-Emissionen sortieren.

  • Dies ist dank einer Zusammenarbeit mit der ETH Zürich möglich.

Schon länger ist bekannt, dass Flugreisen einen grossen Einfluss auf die Erderwärmung haben. So trägt die Flugindustrie laut der Air Transport Action Group rund zwei Prozent zu den weltweit produzierten Karbondioxid-Emissionen bei. Allein im Jahr 2019 sollen alle Flüge zusammengerechnet 915 Millionen Tonnen CO2 produziert haben. Um dabei zu helfen, diese massiven Zahlen zu senken, hat Google zusammen mit der ETH Zürich ein Tool entwickelt, dass automatisch die CO2-Emission von bestimmten Flugstrecken berechnet und anzeigt.

Sucht man bei Google-Flüge nach einem bestimmten Flug, wird einem automatisch die übliche Emission für einen Passagier oder eine Passagierin auf dieser Strecke vorgelegt. Gibt man beispielsweise die Flugstrecke vom Flughafen Zürich nach New York ein, sieht man sofort, dass die erste Option zu 729 Kg CO2 führen würde. Betrachtet man auch die anderen möglichen Flüge, variieren die CO2-Emissionen zwischen rund 700 Kg und 1,5 Tonnen CO2.

Neues Vorgehen

«Die Klimakrise ist nicht länger eine ferne Bedrohung – sie wird zunehmend lokal und persönlich und stellt Privatpersonen und Unternehmen auf der ganzen Welt vor neue Herausforderungen», heisst es bei Google. Daher wolle man einen Beitrag dazu leisten, dass bis zum Jahr 2022 einer Milliarde Menschen dabei geholfen werden kann, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.

Verwirklicht werden konnte das Flug-Projekt dank einer Zusammenarbeit mit der ETH Zürich. So haben Forschende am Departement für Maschinenbau und Verfahrenstechnik um Professor Konstantinos Boulouchos untersucht, wie die Menschheit künftig klimaschonender fliegen kann.

Bisherige Massnahmen reichen nicht

Dazu haben die Forschenden das Modell entwickelt, das die CO2-Emissionen des Flugverkehrs weltweit effizient und präzise berechnen kann und nun auch von Google eingesetzt wird. Die ETH-Wissenschaftler nennen es das «Fuel Estimation in Air Transportation» oder kurz FEAT-Modell. Darin kann das Flugprofil einzelner Flüge nachgebildet und somit der Treibstoffverbrauch berechnet werden. Anschliessend liesse sich damit auch analysieren, wie sich die Triebwerkeffizienz oder die Aerodynamik des Fliegers verbessern liesse.

Die Forschenden sind bei ihren Berechnungen ausserdem zum Schluss gekommen, dass die bisherigen Massnahmen bei weitem nicht ausreichen werden, um die globale Erwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu beschränken. Selbst die ambitioniertesten Szenarien würden nicht ausreichen, um den künftigen Treibstoffverbrauch genügend zu senken.

Neue Sortierung

Daher müsse man noch weitere Massnahmen in Betracht ziehen, die heutzutage noch zu wenige Beachtung erhielten. So ist ein neuer Schwerpunkt der Forschungsgruppe nun die Produktion von alternativen und nachhaltigeren Treibstoffen. Beispielsweise könne nachhaltig hergestelltes Kerosin dem fossilen Treibstoff beigemischt werden. Dafür müssten die Flugzeuge, die momentan im Einsatz sind, nicht einmal umgerüstet werden. Problematisch ist, dass solch nachhaltiges Kerosin rund fünf bis acht Mal so teuer wäre wie der Treibstoff von heute. Die Forschenden gehen aber davon aus, dass die Kosten auf längere Zeit hinweg sinken werden.

Einen ersten Beitrag zum nachhaltigeren Reisen leistet nun aber das FEAT-Modell. Dank diesem ist es nun möglich, Flüge innerhalb mehrerer europäischer Länder in der Google-Suche nicht nur nach Preis, Abflugzeit oder Dauer zu sortieren, sondern auch nach CO2-Emission. So soll es klimabewussten Menschen vereinfacht werden, die beste Option für ihre Reise auszuwählen.

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