Microsoft Office in der Wolke: Google lästert über Microsoft

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Microsoft Office in der WolkeGoogle lästert über Microsoft

Die bekannten Büroprogramme Word, Excel und Powerpoint sind ab sofort als Online-Versionen im Webbrowser verfügbar. Rivale Google lässt derweil kein gutes Haar am Cloud-Office.

von
owi
Der Windows-Konzern hat am Dienstag sein Office in der Cloud lanciert.

Der Windows-Konzern hat am Dienstag sein Office in der Cloud lanciert.

Microsoft beamt seine Office-Programme in die Wolke. Die bekannten Büro-Anwendungen Word, Excel, Powerpoint und weitere Dienste laufen fortan in einer abgespeckten Version direkt im Webbrowser. Die Cloud-Bürosuite soll vorerst vor allem kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) ansprechen und das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten erleichtern. Microsoft spekuliert vermutlich auf kleinere Unternehmen, die keine IT-Abteilung haben und vor komplexeren Server-Produkten wie Exchange oder Sharepoint zurückschrecken.

Ein weiterer zentraler Unterschied zu früher: Office 365 wird nicht mehr gekauft, sondern gemietet. Der Nutzer zahlt für das Abonnement, dafür entfallen die Lizenzkosten für neue Software-Versionen. Das billigste Monatsabo beginnt bei acht Franken pro Person.

Googles Spott für den Rivalen

Google hat sich schon vor der Veröffentlichung über Office 365 lustig gemacht. Im offiziellen Firmenblog lässt Shan Sinha, Produktmanager für Google Apps, kein gutes Haar an Microsofts Cloud-Dienst. «Man kann nicht einfach veraltete Desktop-Software nehmen, Teile davon in ein Rechenzentrum verschieben und es Cloud nennen», stichelt der Produktmanager. Office 365 sei für Individuen gedacht, der eigene Cloud-Service Google Apps hingegen für Teams. Dabei unterschlägt er allerdings, dass Microsoft mit SharePoint ein eigenes Kollaborationswerkzeug zur Verfügung stellt.

Im Weiteren sei Office 365 nur für Windows-Geräte optimiert, Google Apps sei hingegen für alle möglichen Plattformen geeignet: «Desktop, Laptop, Chromebook, Tablet, Smartphone. Windows, Mac, Linux, Android, Blackberry, iOS, Windows Mobile.» Zu guter Letzt kritisiert Sinha, dass Microsoft je nach Leistungsumfang unterschiedliche Tarife anbietet, während Google Apps seit vier Jahren unverändert fünf Dollar im Monat koste.

Nicht der erste Versuch

Office 365 ist nicht der erste Vorstoss in die Cloud der Redmonder. Bei der Online-Bürosuite handelt es sich um den Nachfolger der bisherigen Business Productivity Online Suite (BPOS). Ob der neue Cloud-Dienst wirklich «kompliziert» und «klobig» daherkommt, wie dies Google suggeriert, muss sich zeigen. Microsoft kann auf sein Know-how im Bereich der Bürosoftware zurückgreifen, der Suchmaschinenriese wiederum verfügt unbestritten über jahrelange Erfahrung im Bereich der Cloud-Anwendungen.

Dass der Erfahrungssatz «Aller Anfang ist schwer» auch bei Cloud-Diensten gilt, musste bereits Apple mit seinem MobileMe-Service erfahren. Die mässig erfolgreiche Apple-Cloud wird im Herbst durch den Nachfolgedienst iCloud ersetzt.

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