Algorithmus auf Abwegen - Google sperrt Werbung für «Porno-Spargel»
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Algorithmus auf AbwegenGoogle sperrt Werbung für «Porno-Spargel»

Posse um angeblichen Penis: Weil die automatische Google-Bilderkennung einen Spargel für etwas anderes hielt, sperrte der Internet-Gigant die Werbung eines österreichischen Gemüsehändlers.

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Penis oder Spargel? Google hat Mühe mit dem Unterschied…

Penis oder Spargel? Google hat Mühe mit dem Unterschied…

Getty Images/iStockphoto
…wie Peter Comhaire, Gründer des Gemüseanbieters Ögreissler, erfahren musste.

…wie Peter Comhaire, Gründer des Gemüseanbieters Ögreissler, erfahren musste.

Facebook/Ögreissler
Danach postete er aus Jux ein Bild mit grünen Spargeln dazu.

Danach postete er aus Jux ein Bild mit grünen Spargeln dazu.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Eine Werbung für Spargel wurde von Google gesperrt.

  • Der Grund: Die Bilderkennung hatte den weissen Spargel in der Hand eines österreichischen Gemüsehändlers als Penis identifiziert.

  • Der betroffene Inhaber von Ögreissler nahm es mit Humor, findet die Zensur aber bedenklich.

Peter Comhaire, Betreiber des österreichischen Gemüsehändlers Ögreissler, konnte es kaum glauben: Eine Werbekampagne für frischen Spargel, die das Unternehmen aktuell via einer Werbekampagne auf Google promoten wollte, fiel der Zensur durch den Internetriesen zum Opfer. Grund dafür ist ein Bild, auf dem neben einem Bund weisser Spargeln Comhaire mit zwei Spargelstangen in der Hand zeigt, wie die «SonntagsZeitung» berichtet (Bezahlartikel).

Comhaire erhielt eine Fehlermeldung, erzählt er, in der ihm beschieden wurde, Inhalte «für Erwachsene» dürften bei Google nicht für Werbung verwendet werden. Die Anzeige werde nicht geschaltet. Comhaire musste das Bild entfernen, weil der Bilderkenungs-Algorithmus von Google den Spargel in seinen Händen falsch interpretiert hatte. «Offenbar hielt die Google-Software den Spargel für einen Penis», so der Gemüsehändler aus der Nähe von Wien. «Ich denke, das Problem ist, dass ich – ein Mann – den Spargel auf dem rechten Teil des Bildes auf dem Schoss habe und dass ich da meine Hände dran habe», sagte er gegenüber dem «Spiegel».

Spargel-Bann sorgte für viel Häme

Daraufhin veränderte Comhaire das Bild und montierte zusätzlich grünen Spargel ins beanstandete Bild. «Die Amis kennen keinen weissen Spargel – vielleicht komme ich damit durch die Zensur», witzelte er auf Facebook. Er nimmt die Sache aber durchaus ernst und redet von «imperialistischer Zensur». Comhaire: «Es ist nicht in Ordnung, wenn eine Privatfirma entscheidet, was wir sehen dürfen und was nicht.» Er habe es dann nicht nochmals versucht, die Kampagne zu posten.

Der Fall löste in den sozialen Medien viel Amüsement und Häme aus und sorgte für allerlei Schlagzeilen: Der «Standard» sprach von «Porno-Spargel», zacktzack.at von «Spargelgate» und die «Bild am Sonntag» titelte «Porno-Zoff um Spargel-Foto». Es war nicht das erste Mal, dass Google ungerechtfertigt Bilder monierte. So habe sie auch eine nackte Neptun-Statue, das Wahrzeichen der italienischen Stadt Bologna, vom Netz verbannt.

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(trx)

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