In der Wolke wirds eng: Google und Microsoft greifen Dropbox an

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In der Wolke wirds engGoogle und Microsoft greifen Dropbox an

Dropbox ist der König der Online-Speicherdienste. Doch nun drängen zwei Schwergewichte mit Dumping-Preisen auf den Markt. Das Synchronisieren von PCs, Tablets und Smartphones wird so immer einfacher.

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owi/sda/ap

Microsoft hat seinen Online-Speicherdienst SkyDrive radikal überarbeitet und bietet neu Desktop-Anwendungen für Windows und Apples Mac-Betriebssystem an. Der grosse Rivale Google steigt mit Google Drive ebenfalls ins lukrative Geschäft der Cloud-Dienste ein. Unter Zugzwang kommt dadurch der bisherige Platzhirsch Dropbox, der seine Preispolitik überdenken muss, um gegen die neue Konkurrenz zu bestehen.

Bislang schenkte Microsoft allen SkyDrive-Nutzern 25 Gigabyte Speicherplatz in der Wolke – eine Aufstockung war nicht möglich. Neu stehen im Basisangebot nur noch 7 GB kostenlosen Speicherplatz zur Verfügung, bisherige Nutzer profitieren aber weiterhin von 25 GB Speicher.

Wer mehr Online-Speicher benötigt, erhält zusätzliche 20 GB bereits für zehn Dollar pro Jahr. Mit SkyDrive verfolgt Microsoft eine aggressive Preispolitik, um Dropbox und andere Cloud-Dienste anzugreifen. Für 25 Dollar jährlich erhalten SkyDrive-Kunden 50 GB Zusatzspeicher, für 50 Dollar stehen ganze 100 GB zur Verfügung. Zum Vergleich: Dropbox schlägt mit 200 Dollar für 100 GB zu Buche und ist somit wesentlich teurer. Der Marktführer ist seit 2007 aktiv und zählt über 50 Millionen Nutzer, allerdings verschenkt der Cloud-Pionier bislang mickrige 2 GB Gratis-Speicher. Bei Microsoft sind es deren sieben und bei Amazon gibt es immerhin 5 GB.

SkyDrive für PC und Mac

Microsoft hat SkyDrive neu in Windows und Apples Mac-Betriebssystem integriert. Bislang waren nebst dem Web-Dienst lediglich SkyDrive-Apps für Windows-Phones und das iPhone erhältlich. Bei der Installation der kostenlosen Desktop-Anwendung, die ab sofort als Download verfügbar ist, wird ein neuer SkyDrive-Ordner im Windows Explorer beziehungsweise im Finder erstellt. SkyDrive dient analog zu Dropbox als Online-Erweiterung der lokalen Festplatte. Alle Unterverzeichnisse des SkyDrive sowie die darin gespeicherten Dateien werden automatisch zwischen mehreren PCs, Tablets und Smartphones synchronisiert.

Im SkyDrive-Ordner abgelegte Fotos, Videos und andere Dokumente liegen somit auf dem PC, Tablet und Smartphone stets in der gleichen Version vor. Wird eine Datei auf dem PC geändert oder gelöscht, verschwindet sie auch in der iPhone- oder Windows-Phone-App. Android-Nutzer gucken vorderhand in die Röhre, für Googles mobiles Betriebssystem ist keine App angekündigt. Fotos, Videos und andere Dokumente können aber auch mit einem Webbrowser auf jedem Gerät mit einer Internetverbindung eingesehen werden.

Google Drive ist gestartet

Vom lukrativen Geschäft mit den Daten in der Wolke will sich auch Google ein Stück abschneiden. Der Suchmaschinen-Riese hat am Dienstag den Startschuss für seinen lange erwarteten Speicherdienst Google Drive gegeben. Privatnutzer und Unternehmen können auf dem Online-Laufwerk bis zu 5 GB an Dokumenten, Musik, Fotos und Filmen kostenfrei ablegen und von jedem Internetgerät aus wieder abrufen. Für eine grössere Kapazität wird eine Monatsgebühr fällig.

Das kalifornische Unternehmen ermöglicht es zudem, seine Online-Festplatte in alle gängigen Betriebssysteme wie Windows, Mac und Android einzubinden. Google treibt damit den Trend des «Cloud Computing» voran, bei dem Daten nicht mehr auf heimischen Computern, sondern in Rechenzentren gespeichert und abgerufen werden.

Google Drive ist zudem mit anderen Anwendungen des Internet-Riesen eng verzahnt, etwa der Büro-Software Docs und dem sozialen Netzwerk GooglePlus.

Google präsentiert Google Drive

Quelle: YouTube/Google

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