Der Anfang vom Ende?: Google+ wächst, Facebook verliert Nutzer
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Der Anfang vom Ende?Google+ wächst, Facebook verliert Nutzer

Der Hype um Facebook ist vorbei. In den USA und Europa hat das soziale Netzwerk ein Nachwuchsproblem. Die Profiteure heissen Google+ und WhatsApp.

von
owi

Social Media ist noch immer hip, aber das acht Jahre alte Facebook offenbar nicht mehr: Zwar verzeichnet Facebook weltweit noch ein verlangsamtes Wachstum, in den wichtigsten Kernmärkten verliert Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk aber Freunde. Zu diesem Befund kommt eine Analyse von Capstone Investments, schreibt der Tech-Blog «All Things D» des «Wall Street Journals».

In den USA ist die Zahl der Nutzer demnach in der ersten Jahreshälfte 2012 um 1,1 Prozent zurückgegangen. Doch für Zuckerberg kommts noch dicker: Der Facebook-Verdruss weitet sich offenbar aus: In 14 weiteren Ländern musste das Netzwerk ein kleines negatives Wachstum verbuchen. Als Hoffnungsschimmer bleiben bevölkerungsreiche Länder wie Japan, Russland und vor allem China, die viel Wachstumspotenzial versprechen. In diesen Ländern geben bislang allerdings nationale soziale Netzwerke den Ton.

Die Gründe für die Facebook-Flucht sind unklar. 13- bis 15-Jährige scheinen vermehrt auf die Kommunikation über Kurznachrichtendienste wie WhatsApp und Co. zu setzen, die von den Eltern kaum überwacht werden können (20 Minuten Online berichtete).

Google+ auf Wachstumskurs

Frappierend ist, dass das konkurrierende soziale Netzwerk Google+ im Juni in den USA um 43,1 Prozent gewachsen sein soll und nun 31,9 Millionen aktive Nutzer zählt. Im Vergleich zum Dezember hat Google die Zahl der aktiven Nutzer in seinem Heimatland beinahe verdoppelt. Zum Vergleich: Facebook kam im Juni in den Staaten auf 158,5 Millionen aktive User, stagniert aber. Einschränkend ist zu sagen, dass diese von der Marktforschungsfirma Compete erhobenen Nutzungszahlen nur über den Desktop-Browser vollzogene Zugriffe erfassen.

Teens kehren Facebook den Rücken

Hierzulande wächst Facebook vor allem bei den über 50-Jährigen. Die Hälfte der Schweizer Facebooker gehört inzwischen der Ü-30-Fraktion an (20 Minuten Online berichtete). Out ist Facebook hingegen am anderen Ende der Alters-Skala: Bei den Teens und Twens ist das Potenzial offenbar abgegrast, die Nutzerzahlen stagnieren. Bei den Unter-15-Jährigen verliert Facebook gar massiv: Minus zehn Prozent lautete die Bilanz zwischen April und Juni 2012. Bereits in den ersten drei Monaten verlor Facebook bei den Jüngsten neun Prozent. Neu ist, dass der Zuwachs bei den über 30-Jährigen den Abgang bei den Teenies nicht mehr auszugleichen vermag. Das zeigen die Zahlen, die bernetblog.ch zusammen mit Serranetga quartalsweise publiziert.

Facebook-Aktie im Keller

Dass Facebook insgesamt nur noch langsam wächst, bereitet offenbar auch den Investoren Kopfweh. Das Wertpapier ist seit Anfang Woche um acht Prozent eingebrochen. Die Aktie war am 18. Mai 2012 zu 38 Dollar ausgegeben worden und gleich nach dem Börsenstart massiv getaucht. Nach dem erneuten Kurssturz wird sie noch zu rund 28 Dollar gehandelt. Über die Gründe des neuen Einbruchs herrscht Rätselraten: Nebst den schwachen Wachstumszahlen dämpft die zunehmende mobile Facebook-Nutzung die Euphorie der Anleger. Mark Zuckerberg konnte bislang nicht aufzeigen, wie sein Unternehmen auf Smartphones mit Werbung im grossen Stil Geld verdienen will.

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