World Wonders Project: Google-Weltwunder ohne den Stiftsbezirk
Aktualisiert

World Wonders ProjectGoogle-Weltwunder ohne den Stiftsbezirk

Dieser Tage lancierte Google sein Bilderprojekt des Unesco-Welterbes. St. Gallen fehlt – wegen 300 Franken.

von
eli
Blick in den Barocksaal der Stiftsbibliothek St. Gallen.

Blick in den Barocksaal der Stiftsbibliothek St. Gallen.

World Wonders Project heisst das neue Angebot von Google und der Unesco, das seit letztem Donnerstag online ist und laufend erweitert wird. Aus der Schweiz sind bis jetzt fünf Stätten des Unesco-Welterbes erfasst und dank Street-View-Technik «begehbar»: von den Weinbergen des Lavaux bis zu den Burgen von Bellinzona.

Nicht mit von der Partie ist aber St. Gallen. Und dies, obwohl Google längst Interesse an Aufnahmen angemeldet hat. Schon vor zwei Jahren ­hatte sich der Internetkonzern an die Verantwortlichen von Stiftsbezirk und -bibliothek gewandt. Während die Aufnahmebewilligung für den Dom umgehend erteilt wurde, zeigten sich die Verantwortlichen der Stiftsbibliothek weniger kulant: Google wurde eine ­Gebühr von 300 Franken auferlegt, was der Konzern aus Prinzip ablehnte.

Projekt mit wirtschaftlichen Nutzen

«Man war der Ansicht, dass es sich um ein kommerzielles Projekt handelt», begründet Silvio Frigg von der Stiftsbibliothek die ­damalige Haltung. Vergeblich versuchte St. Gallens Tourismusdirektor Boris Tschirky die Wogen zu glätten: «Auf meine Intervention wurde Google damals die Gebühr erlassen», sagt Tschirky, der im World Wonders Project «einen enormen potenziellen Nutzen für St. Gallen» sieht.

Das Entgegenkommen nützte nichts mehr: Das Vorhaben verlief im Sand. Dennoch muss St. Gallen das Projekt nicht abschreiben. Laut Mattias Nutt von Unesco Destination Schweiz will man die Aufnahmen «in den nächsten ein, zwei Jahren» nach­holen – dann jedoch ohne ­Kostenfolgen für Google.

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