CougarLife: Google will nicht länger für Toyboys werben
Aktualisiert

CougarLifeGoogle will nicht länger für Toyboys werben

Eine Datingseite für reifere Frauen ist dem Suchmaschinenriesen nicht mehr genehm. Auf ihrem Netzwerk soll dafür nicht mehr geworben werden.

von
mbu
cougarlife.com: Dating-Seite mit dem falschen Namen.

cougarlife.com: Dating-Seite mit dem falschen Namen.

Google soll mit Cougarlife im vergangenen Jahr monatlich rund 100 000 US-Dollar verdient haben, schreibt die «New York Times». Damit ist nun Schluss, der Suchmaschinenriese hat den Vertrag gekündigt. Die Begründung: Der Inhalt der Dating-Seite sei nicht familienkonform.

Das ist erstaunlich, denn Webseiten wie dateamillionaire.com, auf denen älteren Herren auch schon mal «eine Nacht mit einer Jungfrau» angepriesen wird, bewirbt Google nach wie vor. Für die Betreiber dürften sich die Konsequenz direkt im Traffic bemerkbar machen. Eigenen Angaben zufolge ist Google für 60 Prozent der Zugriffe verantwortlich. «Wir kommentieren keine Einzelfälle. Grundsätzlich werden Dating-Sites für Erwachsene als nicht familienkonform eingestuft und deshalb nicht auf dem Google Content Network beworben», wird ein Google-Sprecher im NYT-Artikel zitiert. Den Betreibern könnte der Name der Datingseite zum Verhängnis geworden sein. Denn das Wort «Cougar» wurde auf die Liste der nicht erlaubten Schlüsselwörter gesetzt. In einer E-Mail an Cougarlife hat Google nachgefragt, ob die Bereitschaft bestehe, sowohl das «Cougar-Thema» generell zu ändern als auch den Namen der Domain.

Cougarlife ist Teil des Unternehmens Avid Life Media. Es betreibt unter anderem auch die Webseite arrangementseekers.com, die sich selbst als «the original Sugar Daddy service» anpreist. Dagegen hat Google offenbar nichts, der Dienst darf auf ihrem Netzwerk weiterhin beworben werden.

Hierzulande hat Google zurzeit mit Problemen ganz anderer Art zu kämpfen. Am vergangenen Freitag hat Alan Eustace, Senior Vice President for Engineering & Research, in einem Blog-Post zugegeben, dass für den virtuellen Kartendienst Street View auch E-Mails und angesteuerte Internetseiten aus ungesicherten WLAN-Netzen abgegriffen worden seien (20 Minuten Online berichtete). Laut Google soll dies unabsichtlich geschehen sein. Noch Ende April hatte der Suchmaschinenriese versichert, dass lediglich die MAC-Adressen und Namen (SSID) der Funknetze gespeichert werden. 20 Minuten Online hat deswegen mit Hanspeter Thür, dem Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten, gesprochen und gefragt, wie er zu Googles öffentlicher Entschuldigung steht und ob er rechtliche Schritte einleiten wird.

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