Android@Home: Google will Wohnungen und Häuser vernetzen
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Android@HomeGoogle will Wohnungen und Häuser vernetzen

Mit einem Paukenschlag steigt Google ins «Internet der Dinge» ein. Android-Smartphones und -Tablets sollen Haushaltsgeräte steuern - und das ist nur der Anfang.

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dsc
Nach Microsoft und Apple will auch Google ins Geschäft mit den vernetzbaren Haushalten einsteigen. Entwicklern wird eine Plattform zur Verfügung gestellt. (Bild: Keystone)

Nach Microsoft und Apple will auch Google ins Geschäft mit den vernetzbaren Haushalten einsteigen. Entwicklern wird eine Plattform zur Verfügung gestellt. (Bild: Keystone)

An Googles derzeit laufender Entwicklerkonferenz I/O hat das Unternehmen verschiedene Projekte rund um das «Internet der Dinge» (Internet of Things) vorgestellt. Das eigentliche Gerüst bildet eine von Google zur Verfügung gestellte Entwickler-Plattform namens Android@Home. Auf dieser Software aufbauend, entwickeln Firmen Programme und Techniken, mit denen der Nutzer verschiedenste Gegenstände im Haushalt austeuern und kontrollieren kann. Als Steuerpult dient ein Android-Smartphone oder Android-Handy, wie die «New York Times» berichtet.

Projekt Tungsten

An der Entwicklerkonferenz in San Francisco wurde eine Technik vorgestellt, mit der sich die Beleuchtung in einem Haus oder einer Wohnung fernsteuern lässt. Das drahtlose Licht-System ist in Zusammenarbeit mit der Firma Lighting Sciences entwickelt worden.

Ein anderer Android@Home-Dienst ist ein Home-Music-System, das unter dem Namen «Projekt Tungsten» entwickelt wird. Im Zentrum steht Googles kürzlich vorgestellter Online-Musikdienst Music Beta, auf den die Android-Geräte zugreifen können. So kann man mit einem Android-Smartphone eine CD-Hülle scannen und die automatisch erkannten Musiktitel in die Online-Musikbibliothek übertragen. Mit einem weiteren Klick auf den Android-Bildschirm werden die Songs über die heimische Audio-Anlage abgespielt.

Konkurrenz überflügeln

Microsoft ist seit einiger Zeit in diesem vielversprechenden Geschäftsfeld tätig. Und auch IBM, Cisco und HP haben bereits verschiedene Sensoren und Dienste für das «Internet der Dinge» entwickelt. Google sei bislang abseits gestanden, schreibt die «New York Times». Das ändere sich nun gewaltig: Der Internet-Konzern wolle nicht nur die Entwickler-Plattform zur Verfügung stellen, sondern auch eigene Dienste lancieren. In welchem Zeitraum, ist offen.

Noch gibt es keine offizielle Android@Home-Website und bei der Vorstellung wurden keine Angaben zu technischen Details gemacht. Fest steht, dass die neue Technologie Entwicklern uneingeschränkt zur Verfügung gestellt wird. «Wir möchten bei jedem Gegenstand in Ihrem Zuhause an eine Verbindung mit Android-Apps denken», sagte der zuständige Google-Manager, Hugo Barra, in seiner Ansprache.

Laut «New York Times» ist das Vorgehen von Google schlau: Man stellt Entwicklern eine offene Plattform zur Verfügung und hofft, dass viele Programme entwickelt werden, wie dies schon bei den Smartphone-Apps der Fall war. Durch diesen Einstieg ins «Internet der Dinge» fordere Google die Konkurrenten massiv heraus. Gerade Microsoft und Apple laufen Gefahr, überflügelt zu werden. Dies, weil sie bei der Entwicklung neuer Produkte nicht auf die geballte Schlagkraft der weltweiten Android-Gemeinde zurückgreifen können.

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