Marken-Rating: Google zieht vorne weg

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Marken-RatingGoogle zieht vorne weg

Die Wirtschaftskrise hat die Hierarchie der wertvollsten Marken auf den Kopf gestellt. Die gebeutelte Grossbank UBS fiel aus den Top 100, Billigmarken steigen auf. Spitzenreiter bleibt Google.

Mit einem Markenwert von 100 Milliarden US-Dollar führt Google das Ranking der wertvollsten Marken an. Damit legte die Suchmaschine im Vergleich zum Vorjahr um 14 Milliarden Dollar zu. Dies geht aus der «BrandZ Top 100»-Rangliste von Millward Brown hervor. Eine Position verbessert hat sich Microsoft: Der Softwareriese liegt mit einem Wert von 76 Milliarden neu auf Rang zwei, dicht gefolgt vom Getränkehersteller Coca-Cola, der es erstmals aufs Podest schaffte.

Keine Schweizer Marken vertreten

Die Finanzkrise hat Folgen für die Finanzbranche: Der Markenwert der Schweizer Grossbank UBS – die es im letzten Jahr noch auf Rang 64 schaffte – stürzte förmlich ab. Wie die amerikanische Citigroup fiel auch die UBS aus den Top 100. Weil auch Luxusuhren- und Schmuckhersteller Cartier aus den Top 100 flog, ist die Schweiz mit keiner Marke mehr in den Brandz-Top-100 vertreten.

Die wertvollsten Schweizer Marken sind Nescafé (5,6 Milliarden US-Dollar) und Nespresso (2,3 Milliarden US-Dollar), wobei Nespresso mit plus 27 Prozent nach Rolex mit plus 35 Prozent auch zu den besten Aufsteigern zählt. Eine gegenteilige Entwicklung muss der Zürich-Versicherungskonzern hinnehmen: Absturz um 37 Prozent beim Markenwert.

Top: China Merchants Bank

Der Markenwert der Finanzinstitute sank nicht generell. Freuen darf sich insbesondere die China Merchants Bank, die ihren Wert um 168 Prozent steigern konnte und neu unter den 100 Besten klassiert ist. Nach dem Börsengang im letzten Jahr schaffte es die Kreditkartenorganisation Visa auf Anhieb in die Top-100: Rang 36.

Befragung der Konsumenten

Für die «BrandZ Top 100»-Rangliste ist die Wahrnehmung einer Marke durch die Konsumenten der entscheidende Faktor. Weltweit wurde bisher einer Million Konsumenten die Frage gestellt, welche Rolle eine Marke bei der Kaufentscheidung spiele. Das Resultat erstaunt wenig: In der Wirtschaftskrise konnten insbesondere Marken mit günstigem Image zulegen. Aldi etwa verbesserte den Markenwert um beinahe die Hälfte. Ähnlich sieht es in der Kategorie Bekleidung aus: Neu liegt das Billiglabel H&M auf dem Spitzenplatz. Einfluss auf das Ranking haben neben den Konsumentenbefragungen auch Finanz- und Produktionsdaten.

Markenname in Krise wichtiger denn je

Laut Sana Carlton, Managing Director bei Millward Brown Switzerland, ist der Markenname im aktuellen Umfeld wichtiger denn je: «Mit einem guten Markennamen kann sich eine Firma auch in Krisenzeiten über Wasser halten.» Jetzt eine Verschnaufpause einzulegen, wäre verfehlt: «Wer jetzt weiter in seinen Markennamen investiert, hat im Wirtschaftsaufschwung bessere Wachstumsaussichten.»

Erwartete Markenerträge sorgen für Differenz

Der Millward-Brown-Konkurrent Interbrand, der jährlich ebenfalls eine Rangliste der wertvollsten Marken veröffentlicht, erkor im vergangenen September Coca-Cola zum achten Mal in Folge zur Nummer eins. Ins Ranking von Interbrand fliessen die in den nächsten fünf Jahren erwarteten Markenerträge ebenfalls mit ein.

(scc/sas/zac/be)

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