Cookie-Theater: Google zu Rekordbusse verdonnert
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Cookie-TheaterGoogle zu Rekordbusse verdonnert

Der Suchmaschinen-Gigant Google muss wegen Tricksereien beim Datenschutz eine Busse 22,5 Millionen Dollar zahlen. Google hatte beim Safari-Browser ohne die Zustimmung der Nutzer Cookies hinterlassen.

Das Umgehen der Datenschutz- Einstellungen beim Safari-Browser kommt Google teuer zu stehen. Der Internetkonzern zahlt 22,5 Millionen Dollar, um den Fall zu den Akten legen zu können. Darauf einigte sich Google mit der zuständigen US-Handelsbehörde FTC.

Es sei die höchste Strafe, die einem Unternehmen jemals aufgebrummt worden sei, weil es sich den Anordnungen der FTC widersetzt habe, erklärte die Behörde am Donnerstag. «Egal wie gross oder wie klein - alle Unternehmen müssen die Anweisungen der FTC befolgen und ihre Datenschutz-Versprechen gegenüber den Konsumenten halten», sagte Behördenchef Jon Leibowitz.

Bei einem Quartalsgewinn von zuletzt 2,8 Milliarden Dollar bräuchte Google allerdings nicht einmal einen Tag, um die Millionenbusse zu verdienen. Schwerer dürfte der Imageschaden wiegen. Das Unternehmen hatte bereits mit dem Mitschnitt von Daten aus unverschlüsselten WLAN-Netzen durch seine Street-View- Kamerawagen für viel Aufsehen gesorgt.

Im vorliegenden Fall hatte Google einen Weg gefunden, bei Apples Safari-Browser für iPhone, iPad und PC ohne Zustimmung der Nutzer sogenannte Cookies zu hinterlassen. Das sind kleine Dateien, mit denen sich das Verhalten im Netz teilweise nachverfolgen lässt.

Die Ermittlungen der FTC waren vor sechs Monaten ins Rollen gekommen, als ein Wissenschafter der Universität Stanford die Praktiken von Google enthüllt hatte. Das «Wall Street Journal» griff den Fall auf. Nachdem das Blatt den Konzern zu den Verstössen befragte, schaltete Google die Software ab.

Google: «Keine persönlichen Daten gesammelt»

Ein Fehlverhalten gestand Google in der jüngsten Einigung jedoch nicht ein. Bereits im Juli hatte das Unternehmen bekräftigt, die «höchsten Datenschutz- und Sicherheitsstandards» zu wahren. So habe die im Safari-Browser eingesetzte Technik keine persönlichen Informationen gesammelt.

Die Strafzahlung wurde indes nicht wegen der Datensammlung verhängt, sondern weil Google den Sachverhalt nicht richtig darstellte.

Erst im Oktober 2011 hatte das Unternehmen ein 20 Jahre gültiges Abkommen unterzeichnet, das unter anderem vorsieht, Kunden nicht über Datenschutzpolitik zu täuschen. Google versicherte den Nutzern von Safari dann auf seiner Service-Webseite, dass sie nichts weiter unternehmen müssten, um sicherzustellen, dass ihre Internetaktivitäten nicht aufgezeichnet würden.

Nur Safari betroffen

Der Fall hat mit der Funktionsweise von Safari zu tun: Der Apple- Browser lässt - anders als etwa Firefox, Chrome oder Internet Explorer - standardmässig keine Cookies von Drittanbietern wie Online-Werbefirmen zu.

Ein Nutzer muss sie erst aktiv freischalten. Das tun jedoch die wenigsten - und so trickste Google. Der Internetkonzern habe entgegen anderslautender Versprechen über mehrere Monate in den Jahren 2011 und 2012 Werbe-Cookies genutzt, erklärte die FTC.

(sda)

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