Aktualisiert 28.02.2012 13:44

FBI-Kampagne

Gordon Gekko jagt Finanz-Betrüger

Das amerikanische FBI verstärkt den Kampf gegen den Insider-Handel an der Wall Street. Zur Unterstützung hat die Bundespolizei ein prominentes Aushängeschild eingespannt.

von
pbl

Michael Douglas ruft zum Kampf gegen Finanzbetrug auf. (Video: YouTube/FBI)

Das Video beginnt mit der bekanntesten Quote aus dem Film «Wall Street» von 1987. «Gier ist gut», sagt der Börsenhändler Gordon Gekko, der zu einer Symbolfigur für die skrupellosen Machenschaften der US-Finanzindustrie in jener Zeit wurde. Sein Darsteller Michael Douglas erhielt dafür den Oscar als bester Hauptdarsteller. 24 Jahre später hat «Gekko» die Seiten gewechselt – er kämpft nun mit dem FBI gegen Finanzbetrüger.

«Der Film war Fiktion, aber das Problem ist real», sagt Michael Douglas im Video, das am Montag von der US-Bundespolizei veröffentlicht wurde. Die amerikanische Wirtschaft hänge zunehmend vom Erfolg und von der Integrität der Finanzmärkte ab. «Wenn ein Deal zu gut aussieht, um wahr zu sein, dann ist er das vermutlich auch», betont Gekko-Douglas. Das Video schliesst mit einem Quasi-Aufruf zur Denunziation: Wer Hinweise auf Betrug oder Insider-Handel habe, solle sich an das FBI wenden.

120 Insider-Händler im Visier

Die Kampagne mit dem Hollywood-Star, die auch am US-Fernsehen ausgestrahlt werden soll, ist Teil einer umfassenden Offensive gegen den Insider-Handel an der Wall Street. Die seit 2007 unter dem Namen «Perfect Hedge» laufenden Ermittlungen erzielten ihren spektakulärsten Erfolg mit der Verurteilung des früheren «Hedgefonds-Königs» Raj Rajaratnam im Oktober 2011 zu elf Jahren Gefängnis. Er hatte ein Netz von Informanten aufgebaut und mit deren Insiderwissen mehr als 60 Millionen Dollar ergaunert.

Das Problem des Insider-Handels habe sich seit den 80er Jahren noch verschärft, weil das Informantennetz viel grösser und dichter geworden sei, hiess es am Montag. Das FBI will laut einem Bericht des «Wall Street Journal» mehr als 120 mutmassliche Insider-Händler überführen. Die Zahl der Verdächtigen sei sogar doppelt so gross. «Es ist das erste Mal, dass die Bundesbehörde in laufenden Ermittlungen derartige Angaben gemacht hat», schreibt das «Wall Street Journal».

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