Polizei stoppt Autofahrer vor Gotthard-Tunnel

Das gute Wetter könnte am Osterwochenende trotz Lockdown viele ins Tessin locken. Die Kantonspolizei Uri kontrolliert deshalb die Fahrzeuge in Richtung Süden.

Dienstag, 7.4.2020

Zusammenfassung

Es bleibt weiterhin erlaubt, durch den Gotthardtunnel ins Tessin zu reisen. Aber die Kantonspolizei Uri wird den Verkehr vor dem Nordportal stoppen. Weiterfahren dürfen nur der Waren- und Berufsverkehr sowie Fahrzeuge mit Tessiner oder italienischen Kennzeichen. Der restliche Verkehr wird auf einen Kontrollplatz umgeleitet.

Dort versuchen Beamte die Reisenden zu überzeugen, auf eine Weiterfahrt zu verzichten. Verboten könne diese aber nicht werden. Dafür fehle eine gesetzliche Grundlage.

Mit der Sensibilisierungsaktion will die Kantonspolizei erreichen, dass weniger Personen ins Tessin reisen. Man appelliere an die Bevölkerung: «Wenn Sie den Kanton Tessin lieben, bleiben Sie jetzt zu Hause.»
Diese Worte bekräftigte auch ein Vertreter der Kantonspolizei Tessin. «Dieses Motto steht sogar auf dem Dienstwagen.»

Insgesamt ist das Verkehrsaufkommen auf der A2 nach den Corona-Massnahmen auf etwa 20 Prozent eingebrochen.

Damit ist die Medienkonferenz bereits beendet.

Nun können Journalisten Fragen stellen: Verboten ist es nicht, ins Tessin zu reisen? «Nein, es ist eine Sensibilisierungaktion», sagt Imhof. Es bestehe keine gesetzliche Grundlage, die Weiterfahrt zu verhindern.

Auch der Vertreter der Kapo Tessin appelliert an die Bevölkerung: «Wenn ihr uns helfen möchtet, bleibt zu Hause!» Dieses Motto stehe auch auf dem Dienstwagen.

Die Lenker können dann entscheiden, ob sie weiterfahren. Die Polizei erhebt, wie viele Personen von einer Weiterreise abgehalten werden können. Wenige Kontrollen seien auch in Richtung Norden geplant.

Vor dem Nordportal des Tunnels wird der Verkehr gestoppt und eine Triage durchgeführt, wie Imhof sagt. Waren- und Berufsverkehr sowie Fahrzeuge mit Tessiner oder italienischen Kontrollschildern würden weitergeführt in den Tunnel, der restliche Verkehr auf einen Kontrollplatz umgeleitet. Dort wird mit den Reisenden ein Gespräch geführt und auch ein Flyer abgegeben. «Darauf steht, dass es sich derzeit nicht lohnt, ins Tessin zu reisen wegen des Lockdowns.»

Deshalb wollen die beiden Kantonspolizeien Uri und Tessin die Reisenden mit einer Sensibilisierungsaktion von der Weiterreise abhalten.

Das Verkehrsaufkommen sei eingebrochen und betrage noch rund 20 Prozent, verursacht vor allem vom Waren- und Berufsverkehr, sagt Imhof. An Ostern gebe es regelmässig Stau. Dieses Jahr sei mit weniger Stau zu rechnen, weil kaum ausländische Reisende zu erwarten seien wegen der eingeschränkten Ein- und Ausreise. Es gebe in der Deutschschweiz aber viele Besitzer von Zweitwohnungen.

Die Kapo kontrolliere die Einhaltung. Die Erfahrungen seien grundsätzlich gut, aber nun stehe Ostern vor der Tür. Der Aufruf laute: «Wenn Sie den Kanton Tessin lieben, bleiben Sie jetzt zu Hause.»

Es geht um die aktuelle Situation auf der A2: Die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen seien klar. Sie seien aber nur wirksam, wenn sie auch eingehalten würden. «Die konsequente Umsetzung ist eine Frage der Solidarität.»

Nun begrüsst der Sprecher der Kapo Uri die Medienschaffenden. Er informiert über den Ablauf.

Bald beginnt die Medienkonferenz. Auf einem Plakat, das an einem Container hängt, ist bereits zu lesen: «Sensibilisierungsaktion Seconda Casa».

Wird der Tunnel gesperrt?

Spekuliert wird, ob der Gotthard-Tunnel gesperrt werden könnte. Bereits in der vergangenen Woche haben Tessiner appelliert, nicht in den Süden zu fahren – so etwa auch Ticino Turismo.

Medienkonferenz um 13.45 Uhr

Ostern stehen vor der Tür und damit gewöhnlich auch ein Stau am Gotthard. Die Kantonspolizeien Uri und Tessin werden am Dienstag um 13.45 Uhr über die Corona-Massnahmen auf der Nord-Süd-Achse über die Feiertage informieren. Thema wird die aktuelle Situation sowie die geplanten Informations- und Kontrollmassnahmen sein. Vor Ort geben Thorsten Imhof, Chef der kantonalen Verkehrspolizei Uri, und Marco Guscio von der Kantonspolizei Tessin Auskunft.