Gotthard-Tunnel: Massive Zunahme des Schwerverkehrs
Aktualisiert

Gotthard-Tunnel: Massive Zunahme des Schwerverkehrs

Die Lastwagenlawine im alpenquerenden Güterverkehr hat im vergangenen Jahr laut provisorischen Zahlen erstmals seit drei Jahren wieder zugenommen.

Gleichzeitig stieg auch die auf der Schiene beförderte Tonnage. Angaben zum Anteil von Schiene und Strasse liegen noch nicht vor.

Die Trendumkehr beim Schwerverkehr hängt mit der Brandkatastrophe im Gotthardstrassentunnel vom 24. Oktober 2001 zusammen. Die anschliessende zweimonatige Sperre des Tunnels sowie der in den ersten drei Quartalen des Jahres 2002 verfügte Einbahnverkehr führten in den Jahren 2001 und 2002 zu rückläufigen Frequenzen beim Lastwagenverkehr im Alptransit. Für das Jahr 2003 liegen zwar noch keine Gesamtzahlen vor. Doch machen die vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) monatlich zusammengestellten Zahlen über die Frequenzen der mehr als 12,5 Meter langen Fahrzeuge auf den vier Transitrouten deutlich, dass der Schwerverkehr wieder angezogen hat. Demnach verkehrten im Jahre 2003 gut 1.115.000 solche Langfahrzeuge über den Gotthard, den San Bernardino, den Grossen St. Bernhard und den Simplon. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Zahlen des so genannten Monitoring Flankierende Massnahmen zeigen zudem, dass 2003 eine deutliche Rückverlagerung zum Gotthard und weg von den anderen drei Transitrouten stattgefunden hat. Die Zahl der mehr als 12,5 Meter langen Fahrzeuge, die den Gotthardtunnel durchquerten, erhöhte sich im Vorjahresvergleich um knapp 16 Prozent auf fast 870.000 Fahrzeuge. Am San Bernardino ging die Frequenz gleichzeitig um 35 Prozent auf knapp 121.000 Fahrzeuge zurück. Am Simplon machte die Abnahme 16 Prozent auf rund 67.500 Fahrzeuge aus, beim Grossen St. Bernhard 24 Prozent auf knapp 58.000 Fahrzeuge.

Vom Gotthard liegen auch Zahlen des Bundesamts für Strassen (ASTRA) über den Schwerverkehr mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht vor. Demnach registrierte die automatische Gewichtsmessung im Tunnel im Jahre 2003 insgesamt 1.148.231 Fahrzeuge oder rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der schweren Fahrzeuge mit mehr als 28 Tonnen beziehungsweise mehr als 34 Tonnen Gewicht nahm dabei überproportional um 28 beziehungsweise 29 Prozent zu. In beiden Statistiken fehlen vorläufig die Lieferwagen.

Dem Monitoring Flankierende Massnahmen des ARE ist zudem zu entnehmen, dass auch die auf der Schiene beförderte Gütermenge im vergangenen Jahr zugenommen hat. Demnach wurden 2003 insgesamt knapp 20 Millionen Tonnen mit der Bahn über Gotthard und Simplon befördert. Das waren fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der auf der Rollenden Landstrasse beförderten Fahrzeuge massiv an. Bereits nach elf Monaten des Jahres 2003 lag ihre Zahl um fast vier Prozent höher als im ganzen Jahre 2002.

Über den so genannten Modal-Split, das heisst über den Anteil von Schiene und Strasse im alpenquerenden Güterverkehr, sind nach Auskunft der Bundesbehörden zurzeit aber noch keine Aussagen möglich. Im Jahre 2002 waren 64 Prozent der Güter auf der Schiene und 36 Prozent auf der Strasse befördert worden, wobei die Bahn im Vergleich zum Vorjahr zwei Prozentpunkte eingebüsst hatte.

(dapd)

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