Hofdame des Buckingham Palace kündigt nach Rassismusvorwurf 

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Lady Susan HusseyGotte von Prinz William sorgt im Palast für einen Rassismus-Eklat

Bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung, organisiert durch Queen Consort Camilla, äusserte sich eine Hofdame rassistisch gegenüber einer Teilnehmerin. 

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Lady Susan Hussey hat den britischen Palast nach einer verbalen Entgleisung verlassen.

Lady Susan Hussey hat den britischen Palast nach einer verbalen Entgleisung verlassen.

imago images/Mark Stewart / Aval
Die Hofdame fragte Ngozi Fulani, die Gründerin der Wohltätigkeitsorganisation Sistah Space, aus welchem Teil von Afrika sie stamme. 

Die Hofdame fragte Ngozi Fulani, die Gründerin der Wohltätigkeitsorganisation Sistah Space, aus welchem Teil von Afrika sie stamme. 

IMAGO/ZUMA Wire
Der Vorfall geschah an einer im Buckingham Palace stattfindenden Wohltätigkeitsveranstaltung. (Archivbild)

Der Vorfall geschah an einer im Buckingham Palace stattfindenden Wohltätigkeitsveranstaltung. (Archivbild)

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Darum gehts

  • Die Gattin von König Charles III., Queen Consort Camilla, organisierte kürzlich eine Wohltätigkeitsveranstaltung im britischen Königshaus.

  • Dabei kam es zu einem Zwischenfall, bei welchem sich eine Hofdame, Patentante von Prinz William, gegenüber einer Gründerin einer Wohltätigkeitsorganisation rassistisch äusserte. 

  • Lady Susan Hussey trat daraufhin von ihrem Ehrenamt als Hofdame zurück. 

Die 83-jährige Lady Susan Hussey ist die Gotte, die Patentante, von Prinz William und war bis vor kurzem eine der Hofdamen im Buckingham Palace. Sie war somit eine der engsten Vertrauten der im September verstorbenen Queen Elizabeth II. 

Die schwarze Chefin der Wohltätigkeitsorganisation Sistah Space, Ngozi Fulani, schrieb auf Twitter, sie habe der Angestellten des Buckingham-Palasts bei einem Empfang der Queen Consort Camilla auf die Frage, woher sie sei, gesagt, dass sie von der Gruppe Sistah Space sei, die ihren Sitz in Hackney im Osten von London habe. Daraufhin sei sie von Lady Susan Hussey gefragt worden: «Nein, aus welchem Teil von Afrika stammen SIE?» Fulani ist britische Staatsbürgerin.

Sie habe sich daraufhin genötigt gefühlt zu erklären, dass sie tatsächlich «afrikanische Wurzeln» habe und «karibischer Abstammung» sei. Zugleich habe sie aber erneut betont, dass sie britische Staatsbürgerin sei. Der Austausch habe bei ihr «gemischte Gefühle» über den Empfang hinterlassen, berichtete die Geschäftsführerin der in London ansässigen Bewegung Sistah Space. Den Rest des Abends habe sie nur noch «verschwommen» in Erinnerung, sagt sie über die Erfahrung.

Nicht die ersten Rassismusvorwürfe

Der Königspalast teilte mit, der Fall werde äusserst ernst genommen. Es habe sich um «inakzeptable und zutiefst bedauernswerte Kommentare» gehandelt. Die BBC berichtet, dass der Palast Ngozi Fulani eingeladen habe, um ihre Erfahrungen persönlich zu besprechen, falls sie dies wünsche. «In der Zwischenzeit möchte sich die betreffende Person für den entstandenen Schaden entschuldigen und ist mit sofortiger Wirkung von ihrem Ehrenamt zurückgetreten», teilte der Palast weiter mit.

Rassismusvorwürfe gegen den Königspalast hat es bereits von Herzogin Meghan, Frau von Prinz Harry, gegeben. Sie sagte im vergangenen Jahr in einem Interview der TV-Persönlichkeit Oprah Winfrey, dass ein Mitglied der Königsfamilie gefragt habe, welche Hautfarbe ihr damals noch ungeborener Sohn Archie haben würde. Meghan hat eine schwarze Mutter und einen weissen Vater.

Im Nachgang zum neuesten Vorfall erinnerte der Buckingham-Palast offiziell alle Mitglieder des königlichen Haushalts daran, sie hätten sich jederzeit an die «Politik der Vielfalt und Inklusion» zu halten. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(DPA/jar)

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